Führung

Orientierung gesucht

In turbulenten Zeiten führen

Die Welt wird zunehmend komplexer, die Marktentwicklung unvorhersehbarer, der Wettbewerb härter. Da den Überblick zu behalten und wendig zu bleiben, gelingt nur Firmen, die die Innovationskraft ihrer Angestellten voll ausschöpfen. Für die Führungskräfte bedeutet das: Sie müssen Mitarbeitern Freiräume lassen, ihnen dabei aber als glaubwürdige Vertreter einer gemeinsamen Identität auch Halt geben.
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Jetzt, im Herbst, kann man sie wieder beobachten: riesige Vogelschwärme auf dem Weg gen Süden. Stare, Störche, Schwalben - im Formationsflug streben sie wärmeren Gefilden entgegen. Treffen die Tiere auf ein Hindernis, können sie extrem schnell reagieren, es umfliegen und danach sofort wieder in ihre Bahn finden - weil sich jeder Vogel an seinem unmittelbaren Nachbarn orientiert, den Mittelpunkt des Schwarms ständig im Auge behält und weil alle auf ein gemeinsames Ziel zusteuern.

“Aus dem Verhalten der Vögel können Unternehmen viel lernen”, glaubt Christian Bruch, Führungskräfte-Coach und Creativ-Manager aus Waakirchen. Bruch, der es sich beruflich zur Aufgabe gemacht hat, Managern das Querdenken zu lehren, hält die Natur für eine besonders ergiebige Quelle, wenn es darum geht, auf neue Ideen zu kommen. “Warum nicht wie die Zugvögel Führung alternierend demjenigen zuschreiben, der der jeweiligen Aufgabe am besten gewachsen ist?”, fragt Bruch.

Warum nicht auf die Intelligenz der Masse, des Schwarms, kurzum: der Mitarbeiter setzen? Auf ihre Fähigkeit, sich im Alltagsgeschäft selbst zu organisieren, ohne Anleitung von oben, doch mit einem gemeinsamen Ziel, das allen ständig präsent ist?

Konzepte wie das der Schwarmintelligenz bzw. Selbstorganisation haben zurzeit Hochkonjunktur. Das liegt daran, dass die Marktverhältnisse mittlerweile ebenso wenig zu durchschauen, ebenso instabil und wechselhaft sind, wie es die natürliche Umwelt ist. Die fortschreitende Globalisierung, die zunehmend dichtere virtuelle Vernetzung sowie immer schneller aufeinander folgende Innovationszyklen sind Hauptverursacher einer zunehmenden Dynamik und Komplexität, die das Wirtschaftsleben beherrscht. Für das Phänomen ist sogar schon ein eigener Name gefunden: “Dynaxity” hat der Klagenfurter BWL-Professor Heijo Riekmann das Konglomerat aus Komplexität und Dynamik genannt und analog dazu den Begriff “Dynaxibility” aus der Taufe gehoben.

Extras:
  • Info-Kasten: Unternehmens- und Mitarbeiterführung: Welche Managementmodelle passen zu welchen Marktbedingungen und Organisationsstrukturen?
  • Info-Kasten: Neue Spielregeln für neue Zeiten: Methoden und Instrumente, mit denen Führungskräfte den veränderten Markt- und Unternehmensstrukturen begegnen können.
Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 71, November 2003, Seite 36-43
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