Führung

Musterbruch
Musterbruch

Urteilskraft vor ­Instanz

Bei komplizierten Sachfragen verlassen wir uns – zu Recht – auf die Kompetenz von Experten. Wenn Komplexität ins Spiel kommt, stößt diese Strategie an ihre Grenzen. Statt einer Instanz zu vertrauen, braucht es dann die Urteilskraft jedes Einzelnen, sind Stefan Kaduk und Dirk Osmetz überzeugt. Was Unternehmen dafür tun müssen? Auf die Mündigkeit ihrer Mitarbeitenden setzen.
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Inhalt:
  • Nichts gegen Könnerschaft: Expertentum hat seine Berechtigung
  • Reduzierter Anspruch: Experten sind maximal Übersetzer der Komplexität
  • Zombifikation: Die Folgen der Bevormundung
  • Nicht für andere entscheiden: Gefragte Frösche finden ihren Weg
  • Lob-Karten: Strukturelle Krücke für das Vertrauen in die Urteilskraft

Zentrale Botschaft:
In ihrem privaten Leben übernehmen Menschen viel Verantwortung: egal, ob sie ein Haus bauen, einen Verein leiten oder eine Familie gründen. Weit weniger Verantwortung und Entscheidungsspielraum wird genau denselben Menschen in den Organisationen zugetraut: Dort werden sie durch Regeln, Standards, Richtlinien, Ziele gesteuert, von Experten beraten und durch Führung nicht selten unmündig gemacht. Doch in einer VUKA-Welt, wenn Entscheidungen nicht nur kompliziert, sondern auch komplex sind, kommen selbst Instanzen wie Experten an ihre Grenzen. Gefragt ist dann die Urteilskraft des Einzelnen. Gut beraten sind die Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden Mündigkeit auch zutrauen.
Extra:
  • Gedankenexperiment
Autor(en): Stefan Kaduk, Dirk Osmetz
Quelle: managerSeminare 265, April 2020, Seite 18-22
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