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Motivationsexperiment

Skepsis besser als Zuversicht

Zuversicht gilt nicht nur unter Motivationsgurus als zentrale Zutat, wenn es darum geht, knifflige Probleme zu lösen und Herausforderungen zu meistern. Offenbar zu Unrecht. In einem Experiment an der Universität Illinois zeigte sich jedenfalls, dass eine gesunde Portion Skepsis viel förderlicher für den Erfolg ist. Das Forscher-Team um die Psychologin Dolores Albarracin teilte ihre 50 Probanden in zwei Gruppen ein. Der einen Gruppe trugen sie auf, sich zu fragen, ob sie die anstehenden Aufgaben wohl werden lösen können, der anderen, sich einzureden, dass sie alle Testteile mit Bravour meistern werden. Dann galt es Anagramme zu enträtseln, also Wörter zu identifizieren, deren Buchstaben vertauscht worden waren. Das gelang der Gruppe der Skeptiker deutlich besser, als jenen, die sich vorab bereits den Erfolg ausgemalt hatten. Die Gruppen wurden nun neu gemischt und wieder unterschiedlich instruiert. Die einen sollten die Formulierung 'Ich werde' mehrfach aufschreiben, die anderen die die Worte 'Werde ich', bevor sie weitere Anagramme sortieren sollten. Passend zum Ergebnis des ersten Tests schnitten jene, die vorher die fragende Formulierung 'Werde ich' niedergepinnt hatten, besser ab. In einem dritten Testabschnitt wurden die Teilnehmer wieder in Ich-werde- und Werde-ich-Fraktionen unterteilt, dann gefragt, wie viel Sport sie in den kommenden Wochen treiben wollen. Und – siehe da – bei den Frage-Formulierern stellten die Psychologen im anschließenden Test eine signifikant höhere intrinsische Motivation fest. 'Offenbar erzeugt eine kritische innere Auseinandersetzung mit der eigenen Leistungsfähigkeit eine höhere Motivation als purer Optimismus', resümiert Versuchsleiterin Albarracin.
Autor(en): (ama)
Quelle: managerSeminare 150, September 2010
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