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Plausibel, praktisch, gut

Moralisches Missverständnis

Ulf D. Posé ist Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e.V. Für managerSeminare wirft er in seiner Kolumne 'Der ethische Kompass' regelmäßig einen kritischen Blick auf unser tägliches Handeln in Wirtschaft und Beruf, hinterfragt die Normen, die uns dabei leiten, und stellt allgemein akzeptierte Wertvorstellungen auf den Prüfstand.

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Managementmethoden sind wahnsinnig plausibel. Wenn sie auch noch neu und leicht verständlich sind – umso besser. Dabei sind die Methoden vor allem eins: Moden. Das ist völlig in Ordnung, Moden fördern neue Sichtweisen, hinterfragen Gewohnheiten, fördern neue Geschäftsmodelle und beleben die Tristesse des Managementalltags. Jedoch sind Moden oft ein Ärgernis, wenn sie sinnlos Energien binden, einander in kurzer Folge ablösen und doch jedesmal als seligmachende Heilsbotschaft verkauft werden.

Das galt in den letzten Jahrzehnten für viele Managementmoden, Balanced Scorecard etwa, Business Re-Engineering oder das Shareholder-Value-Denken. Einen besonderen Siegeszug hat das Neurolinguistische Programmieren, kurz NLP, vollzogen. Dahinter steckt die Idee, dass der Mensch anhand von Reiz-Reaktions-Ketten funktioniert und diese neu gestaltet werden können. Durch Analyse des eigenen Verhaltens und spezielle Kommunikationstechniken sollen neue Reaktionen programmiert werden.

Von der wissenschaftlichen Psychologie wird NLP nicht anerkannt. Ihr Theoriegebäude gilt als unwissenschaftlich, eine Analyse von 315 Studien aus 35 Jahren empirischer Forschung widerlegt eindeutig die Wirksamkeit ihrer Werkzeuge. Trotzdem hat die Mode immer noch viele Anhänger. Es gehört zu den Geheimnissen der Managementmethoden, warum sie so oft Einsichten aus der Psychologie übernehmen, wenn diese sich längst als falsch oder unbrauchbar erwiesen haben. Aber warum ist das überhaupt ein ethisches Problem?

Autor(en): Ulf D. Posé
Quelle: managerSeminare 172, Juli 2012, Seite 37 - 37 , 4172 Zeichen

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