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Leitlinien sind ein Schönwetterthema

Moralisches Missverständnis

Ulf D. Posé ist Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e.V. Für managerSeminare wirft er in seiner Kolumne 'Der ethische Kompass' regelmäßig einen kritischen Blick auf unser tägliches Handeln in Wirtschaft und Beruf, hinterfragt die Normen, die uns dabei leiten, und stellt allgemein akzeptierte Wertvorstellungen auf den Prüfstand.

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Der Bereichsleiter ist empört: Einer seiner Abteilungsleiter hat einen Mitarbeiter vor versammelter Mannschaft zusammengestaucht. Das ist gegen die Leitlinien! Beim nächsten großen Meeting knöpft er sich den Missetäter vor – und staucht ihn zusammen. Führungskräfte verweisen gerne auf Leitlinien, wenn es um das Fehlverhalten ihrer Untergebenen geht. Sich selbst nehmen sie dabei schon mal aus.

Leitlinien sind nichts als Blendwerk, moralische Feigenblätter, solange den Worten nicht auch Taten folgen. Ethische Glaubwürdigkeit basiert auf der Übereinstimmung zwischen Behauptung und Handlungsweise. Das gilt für Führungskräfte wie für das Unternehmen als Ganzes. Was nutzen Hochglanzbroschüren, in denen steht, dass 'unsere Mitarbeiter unser wichtigstes Kapital sind', wenn sie anschließend unangemessen behandelt werden? Dabei ist, um beim Eingangsbeispiel zu bleiben, nicht die Zurechtweisung eines Mitarbeiters per se zu verurteilen. Problematisch ist das Wie, der Ton, in dem Kritik ausgesprochen wird.

Ob die ethischen Leitlinien mit dem tatsächlichen Führungsverhalten zusammen passen, ist kein Schönwetterthema, sondern eine der wichtigsten Fragen für die Zukunft eines Unternehmens. Denn Mitarbeiter wie die Öffentlichkeit reagieren sehr empfindlich, wenn Sagen und Tun zu sehr auseinanderklaffen. Besonders eklatant ist das der Fall, wo Rendite rücksichtslos über das soziale Miteinander gestellt wird. Gewinnstreben ist – selbstverständlich – die Basis wirtschaftlichen Handelns. Wenn aber Unternehmen bei hervorragenden Gewinnen und Eigenkapitalrenditen Stellen abbauen, ist das unredlich. Und zu behaupten, dies geschähe zur Sicherung des Unternehmensbestandes, ist ebenfalls unredlich.

Autor(en): Ulf D. Posé
Quelle: managerSeminare 150, September 2010, Seite 41 - 41 , 4236 Zeichen

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