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Leistung muss belohnt werden

Moralisches Missverständnis

Ulf D. Posé ist Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e.V. Für managerSeminare wirft er in seiner Kolumne 'Der ethische Kompass' regelmäßig einen kritischen Blick auf unser tägliches Handeln in Wirtschaft und Beruf, hinterfragt die Normen, die uns dabei leiten, und stellt allgemein akzeptierte Wertvorstellungen auf den Prüfstand.

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'Leistung muss sich wieder lohnen!' – 'Gleiches Geld für gleiche Arbeit!' – 'Wir sind eine Leistungsgesellschaft!' – Hohle Phrasen, die unser Denken vernebeln. Ich möchte nicht für meine Leistung bezahlt werden. Und ich will nicht gleiches Geld für gleiche Arbeit. Leistung soll sich überhaupt nicht lohnen. Ich glaube: Das Leistungsprinzip ist der Ruin unserer Wirtschaft. Lassen Sie mich das erklären.

Das Leistungsprinzip ist eine Entlohnungsmethode, in der ein Mitarbeiter nach erbrachter Leistung bezahlt wird. Leistung bedeutet: Erfüllung von Zielvorgaben oder die Menge der Arbeit pro Zeit. Aber das ist nicht die Grundlage unserer Entlohnung, war es nie und soll es auch nicht sein. Wofür sonst bekommen wir unser Geld?

Früher war das ganz einfach: Wer arbeiten wollte, bot seine Arbeit auf dem Arbeitsmarkt an. So bekam Arbeit einen Marktwert im Verhältnis zu den anderen Anbietern. Dann gab es Unternehmer, die diese Arbeit einkauften, weil sie sich einen Nutzen davon versprachen. So bekam Arbeit einen Nutzwert. Stieg der Nutzen, bekam der Arbeiter mehr Lohn. Sank er, wurde der Arbeiter entlassen. Dieses (idealisierte) Marktwert-Nutzwert-Prinzip ist bis heute die Basis unserer Wirtschaft.

Autor(en): Ulf D. Posé
Quelle: managerSeminare 146, Mai 2010, Seite 41 - 41 , 4445 Zeichen

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