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Krisen müssen abgewendet werden

Moralisches Missverständnis

Ulf D. Posé wirft in seiner Kolumne 'Der ethische Kompass' regelmäßig einen kritischen Blick auf unser tägliches Handeln in Wirtschaft und Beruf, hinterfragt die Normen, die uns dabei leiten, und stellt allgemein akzeptierte Wertvorstellungen auf den Prüfstand.

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Manchmal wissen wir nicht genau, wovon wir sprechen. Das Wort Krise ist dafür ein gutes Beispiel. Wir verstehen darunter einen Niedergang, einen Zustand von Angst und Stillstand. Dabei bedeutet das Wort eigentlich etwas ganz anderes, es leitet sich vom altgriechischen Verb krínein ab, was trennen oder unterscheiden bedeutet. Eine Krise ist demnach eine Entscheidung, ein Wendepunkt, kein Zustand, sondern eine Zustandsänderung. Oder, wie es in der Chaostheorie heißt, ein Bifurkationspunkt, was bedeutet, dass es zwei mögliche Ausgänge gibt: Entweder die Katastrophe tritt ein, oder eben nicht. Wobei Katastrophe tatsächlich Niedergang bedeutet. Eine aufschlussreiche Begriffsklärung: Wir verwenden den Begriff Krise im Sinn von Katastrophe und verlieren dadurch den wahren Charakter der Krise aus dem Blick.

Daher zeugen unsere Entscheidungen in schwierigen Zeiten oft von einer Art Krisenkult, der durch verzweifelte und irrationale Handlungen gekennzeichnet ist wie etwa der Geistertanz der nordamerikanischen Indianer oder der Boxeraufstand in China. Ein Krisenkult will Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten spenden, er will das Unmögliche wieder Realität werden lassen, oft durch Schuldzuweisungen und Feindbilder, seien es Banker, Politiker oder die Konjunktur in China. Dabei vergessen wir, dass am Bifurkationspunkt die Katastrophe jederzeit erfolgreich abgewendet werden kann. Statt in Panik zu verfallen, sollten wir also lieber dafür sorgen, dass wir für Krisen von vornherein gut aufgestellt sind. Das Ziel muss also nicht sein, Krisen abzuwenden, sondern die Risiken, die ihnen innewohnen, beherrschbar zu machen.

Autor(en): Ulf D. Posé
Quelle: managerSeminare 193, April 2014, Seite 37 - 37 , 4012 Zeichen
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