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Führen heißt informieren

Moralisches Missverständnis

Ulf D. Posé ist Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft e.V. Für managerSeminare wirft er in seiner Kolumne 'Der ethische Kompass' regelmäßig einen kritischen Blick auf unser tägliches Handeln in Wirtschaft und Beruf, hinterfragt die Normen, die uns dabei leiten, und stellt allgemein akzeptierte Wertvorstellungen auf den Prüfstand.

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Klare Analysen, klare Informationen, klare Ansagen. Viele Manager meinen, es komme allein auf den präzisen Informationsaustausch und klar formulierte Erwartungen an, um gut zu führen. Jeder soll wissen, was man von ihm erwartet. Diese Denkweise reduziert Mitarbeiter jedoch auf ihre Funktion, bestimmt durch die Faktoren Information und Appell. Der Mensch bleibt dabei auf der Strecke, denn er ist nicht nur Funktion, sondern auch Person. Und diese wird ausgemacht durch die Faktoren Selbstdarstellung und Beziehung.

Für eine erfolgreiche Teamarbeit sind alle vier Faktoren entscheidend. Jeder Mensch sich angstfrei und unverstellt selbst darstellen dürfen. Ich möchte meinem Chef sagen, was ich gut finde und was nicht, wie es mir momentan geht und Ähnliches. In Sachen Beziehung möchte ich wissen, was andere von mir halten, wie sie zu mir stehen, wie sehr ich mich auf sie verlassen kann. Und ich möchte anderen sagen dürfen, was ich von ihnen halte, wie ich zu ihnen stehe. Diese beiden Bereiche repräsentieren mich als Person.

Im funktionalen Bereich will ich alle Informationen, die ich benötige, um einen guten Job zu machen. Ich will wissen, was Sache ist. Schließlich bleibt noch der Appell. Ich möchte wissen, was man von mir erwartet und ich möchte sagen dürfen, was ich von anderen erwarte. Erst das Zusammenspiel aller vier Bereiche führt zu einem gelingenden sozialen Miteinander. Leider werden Menschen oft auf den funktionalen Bereich reduziert. Privatgespräche sind tabu, und über die Belastbarkeit ihrer Beziehung lassen viele Manager ihre Mitarbeiter im Unklaren.

Autor(en): Ulf D. Posé
Quelle: managerSeminare 176, November 2012, Seite 39 - 39 , 3948 Zeichen

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