Wissen

Mit Körpersprache überzeugen

Starke Wirkung ohne Worte

Wie wir sitzen, gehen, gucken, gestikulieren – unser Körper spricht jedes Mal Bände. Hilft das Wissen um Körpersprache im Berufsleben oder trügt der Glaube an die Macht der nonverbalen Signale? managerSeminare zeigt, inwieweit Körpersprache interpretiert, erlernt und kontrolliert werden kann.
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Kollege Meier hat mich mal wiedersitzen lassen.“ „Keine Angst, das bekomme ich schon in den Griff.“ – Die Liste der Redewendungen, in denen non-verbales Verhalten eine Rolle spielt, ließe sich endlos fortsetzen. Unbewusst wissen wir alle, welche Rolle unser Körper im täglichen Miteinander spielt. Trotzdem unterschätzen die meisten Menschen nach wie vor die durchschlagenden und „mitunter vernichtenden“ Wirkungen der Körpersignale, bedauert Horst Rückle, einer der bekanntesten Verkaufs- und Persönlichkeitstrainer Deutschlands.

Wer etwas mitteilt spricht immer zwei Sprachen: die der Worte und die des Körpers, erläutert Rückle, der seit Jahren mit seinem Trainingsinstitut hr Team Seminare zur Körpersprache anbietet. Dabei ergänzen sich diese Sprachen durchaus, zum Beispiel dann, wenn jemand 'Mensch, bin ich wütend!' brüllt und dabei auf den Tisch haut. Die Körpersprache kann den gesprochenen Worten jedoch auch widersprechen oder ganz eigene Botschaften senden. Und dann wird es unangenehm. Der Mitarbeiter, der seinem Chef mit Worten wie 'Ich arbeite gern mit Ihnen zusammen' schmeicheln will und dabei den Kopf schüttelt, wird sehr wohl verstanden – wenn auch nicht in seinem Sinne. 'Im Zweifelsfall', weiß Rückle, 'glauben wir den nonverbalen Botschaften mehr als den verbalen.' Und das, so das Ergebnis langjähriger Forschung, durchaus zu Recht.

Dennoch warnen erfahrene Rhetorik- und Körpersprache-Trainer davor, einzelnen Gesten eindeutige Bedeutungen zuzuordnen. Es gibt zwar Körperhaltungen, die beispielsweise selbstbewussten (fester Stand, aufrechte Haltung usw.) oder unsicheren Menschen (Kippeln mit Beinen oder Füßen, eingezogene Schultern etc.) zugeschrieben werden können. Es gibt aber kein Standardlexikon der Körpersprache, stellt die Münchner Rhetorik-Trainerin Edith Joost-Gehren klar.

Am weitesten gehen die Meinungen auseinander, wenn es um die individuelle Beeinflussbarkeit der Körpersprache geht. Wer sich intensiv mit seinem Körper befasst, so Rückle, kann sehr viel beeinflussen. Die Augsburger Verhaltenstrainerin Dr. Cornelia Topf schätzt dagegen, dass sich die individuelle Körpersprache höchstens zu zehn bis 20 Prozent beeinflussen lässt.

Einig sind sich die Experten, dass sinnvoll ist, sich mit der eigenen Körpersprache zu befassen. Aus zwei Gründen: Zum einen, weil es vor allem die Körpersprache ist, die gerade im Berufsleben zu Konflikten und Missverständnissen führt. Und zum anderen, weil sich durch einen bewussten Einsatz der Körpersprache das eigene Auftreten und damit auch die Chancen im Berufsleben verbessern lassen.

Extras:
  • Info-Kasten: So treten Sie garantiert ins Fettnäpfchen.
  • Info-Kasten: Räumliches Verhalten als Element der Körpersprache.
  • Leserbefragung: Die Macht der Körpersprache aus der Sicht der Leser von managerSeminare.
  • Beispiele: Vier Trainer deuten die Körpersprache von Angela Merkel, Joschka Fischer, Gregor Gysi und Volker Rühe.
Autor(en): Sabine Hildebrandt-Woeckel, Dr. Gudrun Frey, Horst Rückle, Rolf H. Ruhleder, Harry Holzheu, Nicole Bußmann
Quelle: managerSeminare 43, Juli 2000, Seite 40-48
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