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Misstrauenskultur

Spionage aus der Chefetage

Vertrauen sieht anders aus. Laut einer aktuellen Umfrage unter 400 deutschen Arbeitgebern überprüft jede dritte Führungskraft Krankmeldungen von Mitarbeitern. Die meisten (65 Prozent) geben sich zwar recht konventionell mit einem ärztlichen Attest zufrieden. Doch der Studie zufolge, die das Marktforschungsunternehmen Redshift Research im Auftrag des HR-Service-Anbieters CareerBuilder erstellt hat, ist bei vielen Chefs der Argwohn offenbar so groß, dass sie auch auf grenzwertige Methoden verfallen, um sicherzugehen, dass Mitarbeiter Krankheit nicht bloß vortäuschen. So fahren 27 Prozent derjenigen, die Krankmeldungen grundsätzlich überprüfen, am Wohnort der betreffenden Person vorbei. 13 Prozent bitten einen Mitarbeiter, den Kollegen anzurufen. Neun Prozent kontaktieren den Partner oder ein Familienmitglied des Erkrankten. Und 15 Prozent der misstrauischen Führungskräfte fahnden in sozialen Netzwerken nach Aktivitäten des krank gemeldeten Mitarbeiters. Angeblich ist diese Methode sogar besonders effektiv. Janet Prosper, HR-Leiterin bei CareerBuilder EMEA, rät Führungskräften dennoch nachdrücklich vom Spionieren ab. Vertrauen gehöre im Verhältnis zwischen Führungskraft und Mitarbeiter dazu. Müssten Arbeitnehmer befürchten, dass ihnen hinterherspioniert werde, hätte dies negative Auswirkungen auf die Motivation und Freude an der Arbeit. 'Es ist besser, einen Mitarbeiter, der häufig abwesend ist, offen auf das Problem anzusprechen', so Prosper.
Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 215, Februar 2016
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