Lernen

Mind Machines

Zwischen Klang, Licht …und Schatten?

Rund 20.000 Mind machines sind in Deutschland mittlerweile über den Ladentisch gegangen. Die Stiftung Warentest aber warnt: Viele Versprechen der Hersteller lösen die Heimtrainer für das Hirn nicht ein. Was also darf der Käufer von einer Mind Machine erwarten? Was berichten Anwender?
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Gar übel ins Gericht ging die Stiftung Warentest in der Juni-Ausgabe ihrer Zeitschrift “test” mit Mind Machines und dem Versprechen vieler Hersteller, damit ein Gerät zum “sofortigen Streßabbau”, zur “Steigerung von Vitalität, Kreativität und geistiger Fitneß” und zu “innerer Ruhe” anzubieten. Die “Heimtrainer fürs Hirn” - preislich in einem Rahmen von ca. 800 bis zu 3.000 Mark angesiedelt - seien im Hinblick auf ihre Entspannungswirkung genauso wirkungsvoll wie herkömmliche Methoden zum Nulltarif, z.B.: “Musikhören in einem ruhigen Raum, wo man es sich gemütlich macht.” Zugleich wurde die den Mind Machines zugrundeliegende Kernidee und das darauf basierende Konstruktionsprinzip in Frage gestellt: Selbst wenn das Gehirn nach wissenschaftlich unstrittiger Erkenntnis im entspannten Zustand verstärkt sogenannte Alpha-Wellen mit einer Schwingung von 8 bis 12 Hertz produziert, sei der Umkehrschluß, daß ein von außen erzeugter Licht- und Klangimpuls mit eben dieser Schwingung automatisch Entspannung nach sich zieht, kein wissenschaftlich gesichertes Allgemeingut. Die ermittelten Testergebnisse bewegten sich dementsprechend niederschmetternd zwischen “nicht zufriedenstellend” und “mangelhaft”.

Rund 20.000 Geräte sind in Deutschland inzwischen abgesetzt worden und die Meinungen über den Trendsetter der boomenden Bewußtseinstechnologie sind so kontrovers wie am ersten Tag. Das offensichtliche Problem: Die tatsächliche Wirkung der Geräte ist entscheidend abhängig von der jeweiligen Erwartung und Einstellung des Benutzers. Symptomatisch sind die Erfahrungen zweier “test”-Versuchspersonen, die gegensätzlicher nicht sein könnten: “Die Möglichkeiten sich zu entspannen waren sehr gut. Man fühlt sich locker, gut erholt, vom Boden gelöst, so als ob man im Weltraum schweben würde.” Dagegen ein anderer Teilnehmer, der wohlgemerkt die gleichen Produkte testete: “Jemand, der meint, solche Geräte zum Entspannen zu brauchen, sollte sich einmal grundsätzliche Gedanken zu seinem Leben machen.”…
Autor(en): Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 14, Januar 1994, Seite 21-23
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