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Führen hierzulande die Falschen?

Leadership-Kompetenzen

Wer es am besten weiß, bestimmt – so lautet die Regel, nach der Unternehmen Führungspositionen besetzen. Was zählt, ist Fachwissen, ein dezidiertes Führungswissen ist in den Augen vieler Personalmanager hingegen kein entscheidendes Kriterium. Ein Fehler, sagen Kritiker. Führen in Deutschland die Falschen?


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Ein Chef sollte wissen, wovon er redet. Möchte man meinen. Fachwissen als Maßstab zu nehmen, nach dem Führungsposten besetzt werden, scheint daher eine gute Idee zu sein. Blöd nur, wenn auf den Chefsesseln dann Leute sitzen, die keine Ahnung haben, wie man Mitarbeiter führt. Die Teams nicht besser machen, sondern schlechter. Genau das passiert aber allzu oft, glaubt Joachim Sauer, Präsident des Bundesverbands der Personalmanager BPM: 'In Deutschland führen die Falschen', heißt das Buch, das er zusammen mit dem Professor für Wirtschafts-, Organisations- und Arbeitspsychologie Alexander Cisik im Juli 2014 veröffentlicht hat. Darin prangert er die mangelnde Professionalität von Führung in deutschen Unternehmen an. 'Wir bringen Leute nach vorne, die fachlich top sind. Wenn es um Menschen geht, hilft Fachwissen aber nicht weiter', so Sauer.

Die Führung von Mitarbeitern liegt in den Händen von Ingenieuren und Zahlenkennern, von Leuten, die Software-Architekturen, Marktanalysen oder Verhandlungstaktiken beherrschen – aber nicht den Umgang mit sensiblen Wissensarbeitern, mit Teamdynamiken oder belastenden Veränderungsprozessen. Auf solches explizites Führungswissen wird bei der Besetzung von Leitungspositionen kaum geschaut, beobachtet Sauer. Er glaubt: Unternehmen setzen damit auf das falsche Kriterium.

Ein Grund für diese Einseitigkeit ist, dass sich Führungskompetenz – auch wenn man darunter keine vage Persönlichkeitseigenschaft versteht, sondern konkretes, erlernbares Wissen – nicht so leicht erfassen lässt wie Fachkenntnisse. Führung als eigenständiger Kompetenzbereich ist für Unternehmen oft noch ein blinder Fleck: 'In vielen Unternehmen wird überhaupt nicht geführt, nur Arbeit koordiniert', urteilt Ruth Seliger, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung trainconsulting. Dass das Führen von Menschen ihre eigentliche Aufgabe ist, ist auch bei den Managern selbst noch nicht angekommen, so die Beraterin. Weiche Faktoren wie Wertschätzung, Einfühlungsvermögen oder Motivation gelten vielen als nebensächlicher Psychokram.

Extras:

  • Sieben Fragen zu Fach- versus Führungswissen: Pro und Contra
  • Führung ohne Fachwissen: Die Ergebnisse der managerSeminare-Umfrage aus Heft 195
  • Literaturtipps: Kurzrezensionen von drei Büchern über Führung

Autor(en): Sascha Reimann
Quelle: managerSeminare 198, September 2014, Seite 38 - 44 , 21892 Zeichen

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