Management

Kündigungsmanagement

Konstruktiv trennen statt kopflos feuern

'Tschüss dann – und einen schönen Tag noch”: Etliche gekündigte Mitarbeiter werden mit unbeholfenen Floskeln verabschiedet. So weit verbreitet der Personalabbau ist, so wenig verbreitet ist eine faire Trennungs-Kultur. Fatal, denn die schweren Fehler, die bei Kündigungen gemacht werden, kommen Unternehmen teuer zu stehen. Was zum professionellen Kündigungsmanagement gehört, schildert Trennungs-Experte Dr. Laurenz Andrzejewski.
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Der Schock ist groß: Der Vertriebsleiter eines Pharmaunternehmens im Rheinland erfährt am Telefon von seiner Sekretärin, dass er gekündigt ist. Sein Schreibtisch ist bereits ausgeräumt. Wie die zwölf Jahre zuvor hatte sich der Vertriebsleiter kurz vor Ende seines Urlaubs von zu Hause aus bei seiner Sekretärin gemeldet, um sich die Post schicken zu lassen und sich mental auf den ersten Arbeitstag vorzubereiten. So erfährt er von seinem Aus.

Ein anderes Szenario, ebenso unglaublich, dennoch ebenso wahr: Die Produktmanagerin eines namhaften Textilunternehmens - eine engagiert wirkende junge Frau - empfängt auf Vorschlag ihres Chefs einen Berater. Sie weiß nicht, warum. Sie weiß nicht, dass es sich um einen Karriere-Berater handelt, der ihr bei der Stellensuche helfen soll. Daher versteht sie diesen Mann auch gar nicht. Was heißt, 'Zu neuen Ufern will er sie begleiten'? Dass sie entlassen war, hatte ihr Chef nicht über die Lippen gebracht.

Personalabbau ist das beherrschende Thema, doch was die Praxis des Personalabbaus zeigt, ist ernüchternd. Führungskräfte setzen ihre Mitarbeiter einfach vor die Tür: ohne ihnen Hilfe anzubieten, ohne sie zu beraten, ohne ihre Nöte aufzufangen - als sei eine Kündigung ein Geschäftsvorgang wie jeder andere.

Die Fehler und Versäumnisse, die beim Stellenabbau unterlaufen, können für das Unternehmen in der ohnehin schon angespannten Situation zu massiven negativen Folgewirkungen führen: Das Krisendenken unter den Mitarbeitern nimmt zu. Das Risiko des freiwilligen Abgangs von Leistungsträgern steigt. Die Angst bei den Verbleibenden führt zu geringerer Risikobereitschaft und damit zum Innovationsstau. Wie aber vollzieht sich ein professioneller Trennungsprozess?

Extras:
  • Diagramm: Die fünf Phasen des Trennungsprozesses und die jeweiligen Aufgaben des Managements.
  • Info-Kasten: Die häufigsten Fehler im Trennungs-Management.
  • Info-Kasten: Misslungene Mitteilung der Kündigung - Analyse typischer, unglücklicher Formulierungen.
  • Info-Kasten: Die ersten Sätze im Trennungsgespräch - fünf Beispiele für die professionelle Übermittlung der Kündigung.
Autor(en): Dr. Laurenz Andrzejewski
Quelle: managerSeminare 63, Februar 2003, Seite 18-25
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