Management

Kopflos aus der Krise

Entscheiden aus dem Bauch heraus

Die intuitive Entscheidung gewinnt immer dann an Gewicht, wenn aussagekräftige, in sich schlüssige und verläßliche Informationen als Entscheidungsgrundlage fehlen. Auf letzteres kann eine Führungskraft bereits in ihrem heutigen Arbeitsalltag immer seltener hoffen. In Zukunft sind Manager noch häufiger gefordert, unter Zeitdruck intuitiv und aus dem Bauch heraus zu entscheiden - und zwar richtig. Kann man die Verläßlichkeit seiner intuitiven Fähigkeiten trainieren bzw. ausbauen?
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In der jüdisch-christlichen Lehre stehen am Anfang der Geschichte von der Erschaffung der Welt das Wort, der Geist und der Sinn im Vordergrund. In der Literatur finden wir die Schwierigkeit wieder, in der sich die Menschen in ihrem Weltbild befinden. Es ist das Finden der richtigen Worte, der richtigen Übersetzung des Anfangsbegriffes. Goethe hat das meisterlich in seinem Werk 'Faust' versucht zu beschreiben: Faust hat das Problem, das Wort Logos interpretierend zu übersetzen. Was war nun am Anfang? Das Wort oder der Geist oder der Sinn?

In der Weiterentwicklung dieser Gedanken und Schwierigkeiten versuchten einige Jahrhunderte später unsere Vorfahren zu ergründen, welche chemischen und physikalischen Gesetze bei der Entstehung (nicht mehr Erschaffung?) der Welt maßgeblich waren. Die Frage der (Ur-)Menschen trat zurück vor dem wissenschaftlichen Ergründen. Wer ist Gott? Wort, Geist, Sinn? Oder ist er Gas, der Urknall schlechthin oder nur Materie? Oder ist er gar einem bei der Entstehung festgefügten (Computer-)Programm vergleichbar?

Betrachten wir heute die geschichtliche Entwicklung der Welt vom theoretischen Urknall über die Entwicklung der Sonnensysteme bis zum Leben auf der Erde, so vollzieht sich mit dem sich Aufrichten des Tieres zum Menschen und der folgenden Menschheitsgeschichte ein bis in die Gegenwart andauernder, unglaublicher Entwicklungswandel: wir sehen die Entwicklung vom 'Homo erectus', dem aufgerichteten Menschen, über den 'Homo sapiens', dem wissenden Menschen, zum 'Homo integrans', dem integrierenden und in die Schöpfung wieder eingebundenen Menschen (Gerd Ammelburg), der uns heute zunehmend begegnet und der die Zukunft meistern wird und muß.

Eine gleiche Entwicklung finden wir in dem gesellschaftlichen Wandel des abendländisch geprägten Menschen. Der wissende Mensch des klassischen Altertums und der folgenden Jahrhunderte konnte das, was er im täglichen Leben tat, nicht so umfassend beschreiben, wie wir es heute in jedem Lexikon nachlesen können. Er mußte es erleben und erfahren. Wollte er wissen, wie ein Schiff durch einen Sturm gelenkt wurde, so gab es nur die Erklärung: Heuere auf einem Schiff an und tue es…
Autor(en): Bernd Neuefeind
Quelle: managerSeminare 13, Oktober 1993, Seite 46-53
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