Methoden für Manager

Konstruktives Schimpfen
Konstruktives Schimpfen

Miteinander meckern gehen

Wenn in und zwischen Teams die Zusammenarbeit nicht klappt, ist eine häufige Folge: Es wird schlecht übereinander geredet, statt sich miteinander darüber auszutauschen, was schlecht läuft. Eine einfache Methode, die Läster-Dynamik zu durchbrechen und eine gute Basis für Team-Kollaboration zu schaffen, ist das konstruktive Schimpfen.

Preview

Platform Building und Konfliktlösungen: Über die Anwendungsfelder des konstruktiven Schimpfens

A Walk In The Park: Wie ein Spaziergang zur Tacheles-Tournee wird

Fünf Minuten volles (R)Ohr: Auf welche Weise sich die Parteien wirklich Luft verschaffen können

Wünsche filtern: Wie mit einfachen Mitteln eine Atmosphäre der Wertschätzung entsteht

Weiterarbeiten: Welche fünf Aspekte zur Lösungsfindung beitragen


Cover managerSeminare 284 vom 22.10.2021Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 284

Kurzbeschreibung

Das konstruktive Schimpfen ist ein schnelles Verfahren, das Teammitgliedern die Gelegenheit gibt, über Unzufriedenheiten oder Missstände im Team oder zwischen Teams verschiedener Bereiche/Abteilungen in Organisationen zu reden, ohne dass dadurch die Probleme vertieft werden oder schlechte Stimmung entsteht. Vielmehr macht das systematische Dampfablassen die Luft rein, sodass anschließend das Miteinander konstruktiv gestaltet werden kann. Kern der Methode ist ein Spaziergang in Zweier-Gruppen, bei dem nacheinander beide Personen aus sich herausgehen und ansprechen, was sie stört. Anschließend werden die wichtigsten Wünsche zusammengetragen.

Hintergrund

Der Ansatz gezielten Meckerns hat zum einen Wurzeln in der Mediation, zum anderen im therapeutischen Umfeld. Die britische Therapeutin und Coachin Rayya Ghul entwickelte hierzu eine konkrete Übung, die sie 2005 unter dem Titel „Moan, Moan, Moan“ in einer britischen Zeitschrift für Familientherapie publik machte. Der britische Berater John Brooker adaptierte den Ansatz für den Kontext von Unternehmen und nutzt ihn im Rahmen der Teamentwicklung und zur Verbesserung der Kollaboration (zu beiden Quellen vgl. den Kasten „Mehr zum Thema“). Das einfache Vorgehen hat mich angesprochen und überzeugt, sodass ich die Methode übernommen habe und hierzulande zur Anwendung bringe.

Ziele und Einsatzmöglichkeiten

Besonders bei der Ausgangslage, dass Teams oder Einheiten von Organisationen in ihrer Arbeit aufeinander angewiesen sind und es keine geregelte Vorgehensweise gibt, Schnittstellenprobleme zu benennen und zu klären, greift das konstruktive Schimpfen. In der geschilderten Konstellation kommt es schnell zur Dynamik, dass viel Negatives übereinander geredet wird, anstatt direkt miteinander redend Unzufriedenheiten anzusprechen. Diese Dynamik will die Methode durchbrechen. Sie schafft einen sicheren Raum, die eigene Sicht auf problematische Zusammenhänge auszusprechen, ohne diese weiter zu eskalieren. Alle Beteiligten haben Gelegenheit, ihre Anliegen zu formulieren, sie mit den Anliegen der anderen Teilnehmenden zu vergleichen und dabei Gemeinsamkeiten in den Wünschen und Bedürfnissen zu erkennen. Die Methode eignet sich zum einen zu Beginn von Team-Workshops, um eine Grundlage für die gemeinsame Arbeit im Team zu schaffen (Platform Building). Das konstruktive Schimpfen dient dann dazu, einen Impuls für ein generell gutes Miteinander zu setzen. Zum anderen hilft die Methode gezielt dabei, einzelne konfliktbehaftete Probleme anzugehen und mit konkreten Lösungen zu beheben. Erfahrungsgemäß besteht die geschilderte Ausgangslage in fast allen Organisationen, die sich auf den Weg zu mehr Agilität mit selbstverantwortlichen Teams gemacht haben. Dort sind es besonders die Teamcoachs oder Scrum Master, die die Methode durchführen können.

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