Management

Konfliktmanagement

Auch ein Betrieb hat seine Pathologien

Für einen konfliktfreien, reibungslosen und unzweideutigen Kommunikationsfluß zu sorgen, ist das tägliche Brot des Managements. Kommunikation ist aber eine unendliche Aneinanderreihung von Mißverständnissen, zeigt sich der Konstruktivismus-Pionier Paul Watzlawick überzeugt. Was wir für Wirklichkeit halten – und damit für wahr, eindeutig, richtig und über jeden Zweifel erhaben – ist für ihn eine zutiefst subjektive Angelegenheit.
Kostenfrei für Abonnent/innen von managerSeminare
Downloaden
• Wie kann eine Führungskraft eine Idee davon bekommen, was sich in den Köpfen der Mitarbeiter abspielt?

Watzlawick: Jeder gibt durch das, was er sagt, und wie er es sagt, ein Bild von seiner Wirklichkeit. Wenn man etwas bewegen will, muß man die Sprache seines Gegenübers erlernen. Und verwenden. Das heißt, die Art und Weise, wie sich der andere ausdrückt, ist wesentlich. Ich komme viel weiter, wenn ich schwierige oder empfindliche Punkte in der Sprache des Betreffenden bespreche statt in meiner Sprache. Das ist übrigens keine Erfindung von mir – dazu hat sich schon Aristoteles geäußert. Er sagt: Wenn du jemanden überzeugen willst, verwende seine eigenen Argumente.

• Thema Kommunikation und Konflikte: Wie kann eine Führungskraft erreichen, daß jeder dasselbe Ziel hat, also nicht in unterschiedlichen Wirklichkeiten gedacht und gehandelt wird?

Watzlawick: Meist steht ja das Ziel als solches gar nicht einmal zur Debatte. Alle sind sich einig, daß das Unternehmen prosperieren oder überleben soll. Nur wie man dazu kommt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Um hier Konsens zu erlangen, kann man eine List als Zwischenschritt anwenden. Fragen wir uns: Was müssen wir tun, um das gemeinsame Ziel unmöglich zu machen? Die Antworten darauf sind sehr schnell gesammelt. Aus dem Begreifen dieser Negativ-Faktoren heraus wird es einem viel eher möglich, auch den positiven Weg zu finden: Man kommt auf die Lösungsstrategie, indem man die Idee, die das Ziel verhindert, einfach spiegelt. Dann ist sehr schnell die Basis für ein Einverständnis hergestellt über das, was man tun sollte und was nicht. Der Weg dahin ist in der Tat leichter als wenn ich frage: Was müssen wir tun, um das Ziel möglich zu machen?…
Autor(en): Axel Gloger
Quelle: managerSeminare 24, Juli 1996, Seite 74-77
Wir setzen Analyse-Cookies ein, um Ihre Zufriedenheit bei der Nutzung unserer Webseite zu verbessern. Diese Cookies werden nicht automatisiert gesetzt. Wenn Sie mit dem Einsatz dieser Cookies einverstanden sind, klicken Sie bitte auf Akzeptieren. Weitere Informationen finden Sie hier.
Akzeptieren Nicht akzeptieren
nach oben Nach oben