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Kein Respekt gegenüber Führungskräften

In Krisenzeiten sind Menschen in Führungsrollen besonders gefordert. Sie müssen schwierige Entscheidungen unter hohem Druck treffen und in Kauf nehmen, damit Widerspruch hervorzurufen, manchmal auch mehr als das. Anfang März 2020 hat der Berufsverband DFK – Verband für Fach- und Führungskräfte davor gewarnt, dass sich im Umgang mit Spitzenkräften aus Politik und Wirtschaft ein gefährlich verrohter Umgangston breitgemacht hat. „Wir haben immer häufiger den Eindruck, dass es in der öffentlichen Diskussion nicht mehr um Sachthemen geht, sondern nur noch darum, einzelne Menschen zu diskreditieren, zu beleidigen, insgesamt herabzuwürdigen. Das betrifft Politiker, das betrifft Manager, zieht aber inzwischen immer weitere Kreise. Oft genügt schon die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe, um diese unter Pauschalverdacht zu stellen“, konstatiert der DFK-Vorstandsvorsitzende Michael Krekels. Der Berufsverband befürchtet, dass dies der Gesellschaft insgesamt schadet und auch dazu führt, dass immer weniger Menschen bereit sind, eine Führungsrolle zu übernehmen. „Wenn wir das nicht stoppen und zu einem halbwegs zivilisierten Umgang miteinander zurückkehren, ist der Zusammenhalt unserer Gesellschaft massiv bedroht“, warnt Krekels. Heute seien Politiker, Manager oder Journalisten die Betroffenen, doch, so der Verbandsvorstand: „Nehmen wir das so hin, wird sich das irgendwann durch die gesamte Gesellschaft ziehen, mit Folgen, die noch gar nicht abzuschätzen sind.“
Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 266, Mai 2020
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