Management

Jahresrückblick 2012

Management ohne den starken Mann

Tausende von Büchern und Artikeln haben die Management-Vordenker 2012 geschrieben, weltweit unzählige Vorträge gehalten. Doch welche Konzepte des vergangenen Jahres sind wirklich erwähnenswert? Welche Ideen werden langfristig auf das Management wirken? managerSeminare mit einem Blick auf die wichtigsten Veröffent­lichungen – und einem Abschied von alten Mythen.
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Die Wirtschaftszeitung Financial Times und die Investmentbank Goldman Sachs machen jedes Jahr gemeinsame Sache – dann nämlich, wenn sie unter den Tausenden von Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt das beste Wirtschaftsbuch küren. Bereits die Aufnahme in den Kreis der 16 Finalisten kommt einem Ritterschlag gleich und sichert jede Menge Aufmerksamkeit. Eine Aufmerksamkeit, die im Herbst 2012 vor allem einem Buch zuteil wird: dem neuesten Werk von Barbara Kellermann. Die Harvard-Professorin trumpft mit einem starken Titel und einer starken These auf. 'The End of Leadership' verkündet ihr Buch, das das Ideal einer allmächtigen Führungskraft demontiert. Die Durchschlagskraft ihrer Arbeit hat sie sicher auch dem Veröffentlichungszeitpunkt zu verdanken: Leadership ist 2012 eines der wichtigsten Themen in der Management-Diskussion.

Für Kellerman selbst ist das Thema nicht neu: Bereits 2004 und 2008 setzt sie sich in ihren Büchern 'Bad Leadership' und 'Followership' kritisch mit dem Mythos Führung auseinander. 2012 findet sie jedoch drastischere Worte: Eine Führungskraft zu werden, sei zum Mantra geworden - ein Weg, der Macht und Geld verspricht. Eifrig vorgebetet wird dieses Mantra auch von der, wie sie es nennt, Leadership-Industrie, die jedem Aufstiegswilligen verspricht, mittels Training und Coaching könne er zur starken Führungskraft werden. Doch das Nirwana sei ferner denn je, konstatiert Kellerman. Während alle dem Ideal des unfehlbaren, mächtigen Wegweisers hinterherlaufen, sind Politik, Wirtschaft und Verwaltung desolat wie nie, weil Führungskräfte versagt haben.

Die Suche nach der starken Führungskraft ist laut Kellerman ohnehin obsolet, weil sich ihrer Beobachtung nach die Macht von den Führenden zu den Geführten verschoben hat. Durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien haben Wissensmonopole und Hierarchien an Bedeutung verloren, und Führungskräfte haben deshalb neue Aufgaben.

Extras:

  • Die drei Topthemen: Leadership – Talentmanagement – Innovation
  • Literaturtipps: Die wichtigsten Bücher der vorgestellten Managementvordenker
Autor(en): Karlheinz Schwuchow
Quelle: managerSeminare 178, Januar 2013, Seite 18-23
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