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Impostor-Syndrom

Viele Beschäftigte fühlen sich hin und wieder wie Hochstapler

Selbstzweifel sind für viele ein ständiger Begleiter im Berufsalltag. Es gibt jedoch Menschen, die glauben, ausschließlich aufgrund von Glück oder anderen äußeren Faktoren Erfolg zu haben. Sie schämen sich dafür und leben ständig mit der Angst, dass anderen auffällt, wie wenig sie können. Wer so denkt, leidet am sogenannten Impostor- bzw. Hochstapler-Syndrom – das klingt exotisch, ist aber weit verbreitet. Einer aktuellen Studie zufolge, für die insgesamt 648 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den USA und Europa befragt wurden, fühlt sich eine deutliche Mehrheit gelegentlich wie Hochstapler. 69 Prozent der Befragten wiesen mittlere bis hohe Werte auf, wohingegen nur bei etwa 30 Prozent ein geringes Ausmaß des Impostor-Syndroms gemessen wurde. Vor allem jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen, leiden laut Ergebnissen häufiger daran als erfahrenere, wodurch sie sich selbst in ihrer beruflichen Entwicklung oft im Weg stehen.

Das zeigt sich etwa an einer durchschnittlich geringeren Anzahl positiver Beurteilungen und selteneren Beförderungen, wie aus der Studie hervorgeht. „Negative Emotionen wie Scham sind ein grundlegender Faktor für den Abbau positiver Emotionen wie Optimismus, die für eine effektive Arbeitsbewältigung erforderlich sind“, erklärt Sarah Hudson, Associate Professor an der Rennes School of Business, die zusammen mit ihrer Kollegin Helena González-Gómez von der Neoma Business School die Studie durchgeführt hat. Dadurch seien die Mitarbeitenden nicht in der Lage, ihre Fähigkeiten und Talente voll zu nutzen, zudem werde so ihre Kreativität eingeschränkt. Die Forscherin rät daher zu Managementfeedback, das direkte Zuschreibungen von persönlichem Versagen vermeidet und sich stattdessen auf das Positive und die neutralere Verbesserung der Leistung konzentriert. „Führungskräfte sollten auch Bewertungs- und Beförderungsinstrumente einsetzen, die stärker auf extern bewertete Leistung als auf Selbsteinschätzung ausgerichtet sind.“

Autor(en): Nina Rheinheimer
Quelle: managerSeminare 286, Januar 2022
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