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Hegel in der Serie Philosophie für Manager

Wirtschaft und Wahnsinn

Märkte handeln rational. Zumindest glauben wir das. Doch was in ihrer Logik richtig und pragmatisch ist, erscheint aus anderer Perspektive manchmal irrsinnig. Für Georg Wilhelm Friedrich Hegel ist Ökonomie daher nicht mit dem Verstand allein zu erklären. Wirtschaftliche Vernunft, so der große Denker des Idealismus, braucht vielmehr auch eine gute Portion Wahnsinn.
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Über alle Kulturgrenzen hinweg ist man sich heute weitgehend einig: Die Wirtschaft ist in ihrem Wesen rational. Was in ihr geschieht, ist keine Magie. Sie wird nicht von ungreifbaren und unbegreiflichen Kräften gesteuert. Und sie würde, so die Grundüberzeugung, bestens funktionieren und Wohlstand für alle erreichbar machen, wenn sich nur alle nach den Gesetzen dieser Rationalität richten würden.

Darüber aber, was genau rational ist, streiten Praktiker wie Gelehrte. Währenddessen entscheidet der Markt: Spekulationsblasen platzen, Unternehmen gehen zugrunde, Vermögen werden vernichtet, Arbeitsplätze gehen verloren, Staaten werden erpressbar. All das mögen für die Menschen leidvolle Erfahrungen sein, im Sinne der Preismechanismen des Marktes sind sie rational begründet – auch wenn es irrwitzig erscheint.

Was also ist rational? Georg Wilhelm Friedrich Hegel, einer der Namhaftesten unter den großen Denkern der Weltgeschichte, hat darauf mehr als nur eine Antwort: Man kann seine Gewissheiten etwa aus seinen sinnlichen Erfahrungen gewinnen, oder man kann seinen Verstand gebrauchen, man kann der Vernunft folgen oder von geisterfülltem Wesen sein: Das alles sind verschiedene Formen von Intelligenz. Jede dieser unterschiedlichen Denkmethoden erschließt durch je ihre Art, die Dinge zu sehen, eine andere Dimension der gleichen Sache und vor allem je eigene Handlungsoptionen: Wirtschaftlich sinnvolles Handeln kann in einem klaren Blick auf die Realität gründen, im Mut, sich der Wirklichkeit nicht zu unterwerfen, oder in der Phantasie, etwas ganz Neues zu schaffen.

Extra:
  • Kurzporträt des Philosophen Hegel
Autor(en): Wolf Dieter Enkelmann
Quelle: managerSeminare 169, April 2012, Seite 64-67
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