Lernen

Großgruppen-Interventionen

Die Gruppe ergründen

Nackte Zahlen und müde Appelle helfen selten, um Menschen für Veränderungen zu motivieren. Vielmehr ist es notwendig, die Gefühle der Menschen anzusprechen, um sie für Neues zu begeistern. Wie sich große Gruppen mit Gefühl und Intuition aufrütteln lassen, hat sich die Beraterin Isis Herzog in einem Workshop angeschaut.
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28 Berater beim Frühsport? Nein, der erste Eindruck trügt. Mit ihren Verrenkungen versuchen die 13 Frauen und 15 Männer lediglich ihre Erwartungen an den Workshop 'Aus tieferen Quellen schöpfen – Intuitive und erlebnisaktivierende Methoden für große Gruppen' auszudrücken. Sie bilden sogenannte lebendige Skulpturen. Die Unternehmensberater, Trainer, Supervisoren, Organisationsentwickler und Abteilungsleiter haben sich in Oberursel eingefunden, um Methoden und Konzepte zur Großgruppenintervention kennen zu lernen.

Bereits der Seminareinstieg mit der Gruppenskulptur hat verschiedene Elemente auf den Punkt, und die Teilnehmer einander näher gebracht. Die Stimmung der Trainer und Berater ist offen, leicht, energetisiert und risikobereit – ein Effekt, um deretwillen intuitive und erlebnisorientierte Methoden eingesetzt werden. Die zentrale Frage in Oberursel lautet schließlich auch: 'Wie kommen wir als Berater und Organisationsentwickler bei unseren Workshops und Konferenzen an die Schichten und Ebenen, in denen nicht nur der Kopf aktiv ist?'

Laut Duden ist Intuition 'im Gegensatz zum Beobachten von Einzelteilen eine unmittelbare ganzheitliche Sinneswahrnehmung'. Und in diesem Sinne, so die Seminarleiter Rudi Ballreich und Dr. Matthias zur Bonsen, sollen die anwesenden Berater beispielsweise lernen, für die Leichen im Keller eines Unternehmens einen Riecher zu bekommen. Als Informanten für die Diagnose dienen dabei nicht nur Verbales, sondern auch die 'Stimmung der Stimmen' und die Gesten der Gesprächspartner.

Dazu ist es laut Seminarleitung nötig, 'ganz tief in der Situation zu stehen, mit-zu-gehen, mit-zu-fühlen'. Dies sei umso leichter, je mehr wir unseren Körper als Instrument begreifen und in 'Emotionale Resonanz' gehen können. Ein einfaches Bild macht uns klar, dass wir alle längst mit diesem Instrument vertraut sind, es aber selten voller Vertrauen nutzen. Rudi Ballreich: 'Wenn uns z.B. in einer Beratungssituation der Kopf drückt, kann das darauf hinweisen, dass die Situation etwas Beklemmendes hat und etwas nicht stimmt'…

Extras:
  • Interview: Walter Lindemann, Teilnehmer eines Großgruppen-Methoden-Workshops über seine Erfahrungen.
Autor(en): Isis Herzog
Quelle: managerSeminare 40, Januar 2000, Seite 80-88
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