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Beitrag von Sibylle Kallwitz aus managerSeminare 334, Januar 2026
Nachhaltige Motivation: Wie sich grünes Verhalten auf die Arbeitgebermarke und die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt
Gegenwarts- und zukunftsorientiert: Wie sich grünes HR-Management definieren lässt
Gegen den Trend: Warum gerade jetzt ein guter Zeitpunkt ist, Nachhaltigkeit in den Fokus zu rücken
Überstrategisierung und paradoxe Spannungen: Welche Fallstricke auf dem grünen HRM-Weg lauern
Strategisch integriert, tief motiviert: Die vier wichtigsten Stellhebel auf dem Weg zum Green HRM
Hier geht es zur gesamten Ausgabe managerSeminare 334
Mit dem Thema „Grün und nachhaltig sein“ ist es so eine Sache. Bei vielen Unternehmen steht es seit langer Zeit groß auf der Agenda. Inwieweit dies ihrer von Klimawandel und Artensterben gebeutelten grünen CSR-Seele (Corporate Social Responsibility) geschuldet ist und welche Rolle äußere Faktoren wie regulatorische Vorschriften zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESG-Reporting) dabei spielen, bleibt dahingestellt – solange die Organisationen glaubwürdig agieren. Nebst Kundinnen und Kunden schauen viele Jobsuchende und Mitarbeitende ganz genau hin: Ist es meinem (künftigen) Arbeitgeber wirklich ernst mit seinen grünen Ambitionen oder sind diese mehr Schein als Sein – greenwasht er nur?
Laut einer Studie des Personaldienstleisters ManpowerGroup aus dem Jahr 2024 mit mehr als 5.000 Personen aus 41 Ländern präferieren 60 Prozent der Beschäftigten Unternehmen, die klare Umweltmaßnahmen umsetzen. Noch deutlicher wird die Bedeutung „grünen Verhaltens“ im Negativfall: 68 Prozent der Befragten gaben an, dass eine schlechte Umweltbilanz eines Unternehmens es unwahrscheinlicher macht, dass sie sich für dieses als Arbeitgeber entscheiden. Aber nicht nur für die Attraktivität als Arbeitgeber ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Punkt: Beschäftigte, die ihrem Unternehmen in dieser Beziehung vertrauen, sind im Schnitt 12 Prozent zufriedener und motivierter als jene, die diesbezüglich Zweifel hegen, wie eine aktuelle Befragung des HR-Dienstleisters SD Worx unter 5.625 Arbeitgebern und 16.000 Mitarbeitenden aus 16 Ländern zeigt. Was liegt hier also näher, als den HR-Bereich intensiv in die ökologische Nachhaltigkeitsstrategie einzubeziehen? Zudem HR eine klassische Schnittstellenfunktion ist, mit Kontakt zu allen Abteilungen und Mitarbeitenden, wie Henrik Zaborowski, Inhaber der auf HR, CSR und Leadership spezialisierten Personalberatung HZaborowski aus Bergisch Gladbach, betont.
Der Schlüsselbegriff für das Personalmanagement lautet daher: Green HRM. Ein Begriff, für den es laut Marcus Wagner, Inhaber des Lehrstuhls für Innovation und Nachhaltiges Management an der Universität Augsburg, noch keine finale Definition gibt. Seine eigene klingt für Nichtwissenschaftler-Ohren zwar sperrig, liefert aber eine genauere Vorstellung, worum es geht. Angelehnt an den von den Vereinten Nationen in den 1980er-Jahren geprägten Nachhaltigkeitsbegriff beschreibt Wagner grünes Personalwesen als ein Management von Humanressourcen, das die aktuellen Bedürfnisse von Unternehmen und Gesellschaft insgesamt erfüllt, ohne deren Fähigkeit zur Deckung zukünftiger Bedürfnisse zu beeinträchtigen. „Green HRM ist eine wichtige Erweiterung des traditionellen Personalmanagements“, erklärt der Wissenschaftler. Und damit ein „bedeutendes Instrument“, das hilft, Organisationen nachhaltig ökologisch zu gestalten. Heißt vor allem, die dafür notwendigen Einstellungs- und Verhaltensänderungen der Mitarbeitenden zielgerichtet zu begleiten und zu unterstützen.
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