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Gefühlsmanagement

Emotionale Zurückhaltung nutzt nur Männern

Traditionell gelten Gefühlsäußerungen im Business als unpassend. Wer bei einem Ärgernis gleich losbrüllt oder bei einer Enttäuschung in Tränen ausbricht, steht schnell im Ruf der Unprofessionalität. Doch scheint dies nur für ein Geschlecht zu gelten.

In einer Studie, die ein Forscherteam der Humboldt-Universität Berlin und der Universität von Haifa durchgeführt hat, hat sich gezeigt, dass ausschließlich Männer davon profitieren, im Job die Coolness-Karte auszuspielen. Frauen dagegen nicht. Für ihre Untersuchung forderten die Wissenschaftler 117 Probanden auf, Personen aus Videosequenzen zu beurteilen. In den Videos war zu sehen, wie die Protagonisten – Männer und Frauen – emotional auf verschiedene Reize, etwa traurige Bilder, reagierten. Manche reagierten unmittelbar, andere mit Verzögerung. Letzteres sollte emotionale Zurückhaltung darstellen.
Wenig überraschend war, dass Männer, die verzögert reagiert hatten, im Schnitt von den Probanden als emotional kompetenter eingeschätzt wurden als Männer, die sofort reagiert hatten. Obendrein schrieben die Probanden denen, die sich gefühlsmäßig stärker bedeckt hielten, ein höheres Maß an kognitiver Intelligenz zu. Erstaunlicherweise war es bei den Frauen jedoch umgekehrt. Sie galten den Probanden dann als emotional kompetenter – und auch auf kognitiver Ebene als intelligenter –, wenn sie schneller eigene Gefühle zeigten. Die Wissenschaftler vermuten, dass diesem Urteil vor allem das Klischeedenken der Probanden zugrunde liegt. Weil in der westlichen Gesellschaft von Männern traditionell weniger Emotionalität erwartet werde als von Frauen, könnte es sein, dass Männer und Frauen, die dem jeweiligen Stereotyp am besten entsprechen, positiver beurteilt werden als Geschlechtsgenossen, die das herrschende Vorurteil nicht erfüllen.

Die Studie 'Emotional restraint is good for men only: The influence of emotional restraint on perceptions of competence' ist (kostenpflichtig) abrufbar unter: http://1.usa.gov/1Odamcc.
Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 220, Juli 2016
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