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Führungsverhalten

Angst vor Machtverlust führt zu Egoismus

Stärker leistungsabhängige Positionsbesetzungen, weniger Positions- und mehr Rollenverantwortung ... Führungskräfte können sich ihrer Macht immer weniger sicher sein. Wie Angst vor dem Machtverlust sich auf ihr Verhalten auswirkt, hat ein Forscherteam der Universität Groningen in den Niederlanden genauer untersucht. Zentrales Ergebnis: Führungskräfte, die den Verlust ihrer Macht befürchten, verhalten sich vermehrt eigennützig und unethisch. Die Untersuchung gliederte sich in drei Teilstudien: Für eine erste Feldstudie befragten die Wissenschaftler 156 Führungskräfte und Mitarbeitende aus kleineren niederländischen Unternehmen, für eine zweite 56 Teams und deren Leiter aus anderen niederländischen Firmen. Zudem nahmen gut 380 US-amerikanische Führungskräfte an einer Online-Befragung teil. Als maßgeblich für die Ergebnisse erwies sich das Konkurrenzdenken: Je kompetitiver die Führungskräfte ihr Umfeld wahrnehmen, desto eher befürchten sie Machtverlust und legen folglich verwerfliches Verhalten an den Tag. Das äußert sich etwa darin, dass sie Ressourcen an sich reißen, ihr Team aus den Augen verlieren oder vermehrt nach Boni streben. Die Forscher raten Organisationen deshalb, besonders in der Führungsetage auf eine Balance zwischen Sicherheit und gesundem Wettbewerb zu achten. So könne ein Arbeitsklima entstehen, das Kooperation und Leistungsfähigkeit begünstigt.
Autor(en): Nathalie Ekrot
Quelle: managerSeminare 265, April 2020
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