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Führungsstudie

Sie regeln statt zu reden

Schon mal von 'Cover-my-ass-Programmen' gehört? Das sind – in der Nomenklatur der Mitarbeiter – E-Learning-Programme, die die Belegschaft mit neuen Compliance- und Corporate-Governance-Regeln vertraut machen sollen. Laut einer Studie der ComTeam AG aus Gmund am Tegernsee waren im Jahr 2011 60 Prozent von 447 befragten Fach- und Führungskräften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mindestens einmal mit solch einem Tool konfrontiert. Allerdings gaben ebenfalls 60 Prozent an, nach dem Durcharbeiten dieser Programme nichts am persönlichen Verhalten geändert zu haben. Die Tools werden vielmehr als lästige Pflicht verstanden, derer man sich trickreich entledigt. Beispiel: Ein Teammitglied arbeitet das Programm durch und reicht dann die richtigen Antworten an die Kollegen weiter. Die Unternehmen tolerieren es, begreifen sie die Programme doch ihrerseits nur als Feigenblatt zur Absicherung, nach dem Motto: 'Immerhin haben wir unsere Mitarbeiter informiert' – 'Cover my ass' eben.

Laut der Erhebung ächzen viele Mitarbeiter ohnehin unter der hohen Regulierungsdichte in ihrem Betrieb. Nur ein Viertel fühlt sich durch Strukturen und Regelungen in der Arbeit gut unterstützt. Gut drei Viertel sehen dagegen Sinn und Freude an der Arbeit bedroht und fürchten, dass Verantwortung von Personen auf Prozesse übertragen wird. ComTeam-Vorstand Lorenz Forchhammer vermutet hinter dem Regulierungsdrang der Unternehmen eine Reaktion auf zunehmende Ungewissheiten und Komplexität. Dem werde immer häufiger mit neuen Prozessen begegnet statt mit Führungskompetenz, die sich nicht zuletzt in Kommunikationsfähigkeit, Empathie und Zuhören äußert – übrigens alles Kompetenzen, bei denen die Befragten erheblichen Nachholbedarf seitens ihrer Führungskräfte sehen.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 179, Februar 2013
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