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Bild zum Beitrag Führungsmodell Doppelspitze
© carterdane / iStockphoto

Totgesagte lenken länger

Führungsmodell Doppelspitze

SAP hat das Experiment Doppelspitze kürzlich für gescheitert erklärt. Bei EADS, in der Chefredaktion des Spiegel und beim Solarprojekt Desertec ist das Modell schon länger passé. Wer die Wirtschaftsmedien verfolgt, bekommt den Eindruck, dass die Zweierkonstellation an der Unternehmensspitze ein Auslaufmodell ist. Stimmt das?

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'Ich bin froh, wieder einen Kollegen zu haben', sagt Andreas Wiggenhagen und lacht. Ein Jahr lang hat der 50-Jährige alleine die Geschicke von Kemper System gelenkt. Der Mittelständler stellt flüssige Kunststoffe her, die im Bau eingesetzt werden. Seit April 2013 wird das Unternehmen aus dem nordhessischen Vellmar von einer Doppelspitze geleitet: Wiggenhagen, der den kaufmännischen Bereich sowie Marketing und Vertrieb verantwortet, teilt sich die Geschäftsführung mit seinem Kollegen Holger Freyaldenhoven, der die Ressorts Produktion, F&E, IT und Logistik übernommen hat.

Trotz der klaren Zuständigkeiten entscheidet das Tandem viel gemeinsam. 'Bei neuen Produktideen müssen Vertrieb und Forschung von Anfang an zusammenarbeiten', erklärt Wiggenhagen. Streit habe es bislang nicht gegeben. Dass das Zweierteam so gut zusammenarbeitet, führt Wiggenhagen auch darauf zurück, dass er stark in die Auswahl seines künftigen Partners involviert war. Insgesamt ist er vom Konzept Doppelspitze überzeugt: 'Wenn beide eigene Kompetenzen mitbringen und miteinander gut klarkommen, ist das unschlagbar.'

Eine Doppelspitze, die harmonisch funktioniert? Das klingt überraschend. Denn wer die Wirtschaftsmedien verfolgt, bekommt den Eindruck, dass Paare in den Chefetagen schneller auseinander gehen als Hollywood-Ehen. Erst im Juli erklärte der Softwarekonzern SAP das Experiment Doppelspitze nach dreieinhalb Jahren für gescheitert. Ebenfalls Geschichte ist das Thema Doppelspitze beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sowie in der Chefredaktion des „Spiegel“ und beim Solarprojekt Desertec. Positivbeispiele dagegen scheinen rar zu sein: Der Kopfhörerspezialist Sennheiser etwa operiert mit zwei Chefs, genau wie die Deutsche Bank oder der Hausgerätehersteller Miele. Noch, wie Insider betonen. Hält doppelt also wirklich schlechter?

Extras:

  • Best Practice: Miele – doppelt geführt seit 110 Jahren
  • 'Die Qualität der Entscheidungen nimmt zu': Interview mit Julia Kuark, die das Konzept TopSharing entwickelt hat.
  • Literaturtipp: Kurzrezension eines Buchs über das Coaching von Doppelspitzen

Autor(en): Constantin Gillies
Quelle: managerSeminare 189, Dezember 2013, Seite 22 - 26 , 17306 Zeichen

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