Management

Führungskultur

Führen mit Grundsätzen

Wie schwierig es sein kann, in einem großen Unternehmen einige „selbstverständliche” Führungsgrundsätze einzuführen, von denen jeder überzeugt ist, daß sie richtig sind, wichtig sind – und allgemeinverständlich wie präzise formuliert. Ein Erfahrungsbericht.
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Es war mucksmäuschenstill im Raum. Nur das Summen einer Fliege, die versucht, durch die Fensterscheibe in die Freiheit zu gelangen, füllte die Stille. Wir warteten gespannt darauf, daß unser Projektleiter das Wort ergreift, um die erste Sitzung der Projektgruppe „Einführung unternehmensweiter Führungsgrundsätze” zu eröffnen.

Herr Knarrberg schloß leise die Tür, ging nach vorne, suchte Blickkontakt mit jedem von uns und begann: „Schönen guten Morgen, meine Damen und Herren, ich freue mich persönlich sehr, daß wir hier zusammen sein können und uns in den den nächsten Monaten mit einer der derzeit wichtigsten Fragen in unserem Dienstleistungsunternehmen beschäftigen werden: mit Führung. Ob ein wirtschaftlicher Wandel ein Unternehmen gefährdet, oder ob dieser Wandel dem Unternehmen neue Potentiale vermittelt, hängt allein davon ab, welche Führungskultur in dem Unternehmen vorherrscht. Nur die Kultur im Unternehmen entscheidet über die Entwicklung des Unternehmens, denn der Mensch ist der eigentliche Wertschöpfer in einer Organisation, besonders dann, wenn es über 4.000 Mitarbeiter gibt. Unsere Aufgabe wird es sein, anerkannte Führungsgrundsätze zu entwickeln, im Unternehmen einzuführen und deren praktische Umsetzung zu planen. In unserer Hand liegt die zukünftige Führungskultur. Mit dem heutigen Tag beginnen wir, sie aktiv zu gestalten.”

Viele Unternehmen versuchen derzeit, durch das Einführen von Führungsgrundsätzen ihre Führungskultur zu verbessern und dadurch eine effektivere Arbeitsweise zu erzielen. Doch wie so oft sitzt auch hier der Teufel im Detail. Bei aller Begeisterung für die idealen Leitsätze werden häufig notwendige Abstimmungsprozesse übersehen oder vergessen…
Autor(en): Susanne Motamedi
Quelle: managerSeminare 17, Oktober 1994, Seite 76-81
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