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Führungskräfte-Recruiting

Unternehmen müssen Geduld lernen

Vakante Positionen im Management sorgen leicht für Unsicherheit bei der Belegschaft. Dass Unternehmen sie so schnell wie möglich neu besetzen wollen, ist mithin verständlich. Aber immer weniger möglich. Das lässt sich zumindest aus den Ergebnissen der Personalberaterstudie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) herauslesen, für die 200 Personalberatungsgesellschaften befragt wurden. Diesen zufolge dauert die Besetzung von Führungskräfteposten zunehmend länger, denn die Zeiten schneller Nachfolgen sind vorbei.

In der Studie werden dafür zwei Gründe genannt. Einerseits der knappe Bewerbermarkt, verursacht durch den demografischen Wandel. Andererseits die zunehmend unkonventionellen Werdegänge der Bewerber, deren Sichtung mehr Zeit in Anspruch nimmt. Wenn sie die passenden Führungskräfte finden wollen, bleibt den Unternehmen nichts anderes übrig, als sich in Geduld zu üben, kommentiert Michael Heidelberger, Vorstand des BDU-Fachverbands Personalberatung, das Ergebnis. Gleichzeitig warnt er vor Schnellschüssen, denn Fehlbesetzungen würden auf Dauer für mehr Unsicherheit sorgen als längere Vakanzen.

Nicht nur auf längere Suchzeiten, sondern auch auf höhere Kosten müssen sich Unternehmen bei der Personalsuche einstellen. Denn wegen des steigenden Aufwands gehen große Beratungsgesellschaften allmählich dazu über, ihre Honorare am absehbaren Aufwand der Projekte zu orientieren, statt wie bisher an der Vergütung für die ausgeschriebene Position. Daraus ergibt sich für Personalberater eine komfortable Situation mit guten Aussichten. Laut BDU-Studie stieg der Umsatz der Branche 2013 um 3,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro und übertraf damit den Spitzenwert des Vorjahres (1,55 Milliarden Euro). Für 2014 erwarten drei Viertel der befragten Personalberater sogar einen Um­­satzzuwachs von 7,8 Prozent. Das Hauptgeschäft der Recruiting-Experten bleibt weiterhin mit großem Abstand die Suche und Auswahl geeigneten Personals. 82 Prozent des Umsatzes werden hier generiert. 2013 besetzten Personalberater 52.500 Stellen (2012: 51.000 Stellen), davon knapp 70 Prozent in der Einkommensklasse zwischen 75.000 und 250.000 Euro. Die größte Nachfrage nach Beratungsleistungen kam aus dem Maschinenbau, dort gab es einen Anstieg von etwas mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Nachfrage von Wirtschaftsprüfern, Rechtsanwaltskanzleien und Consulting-Unternehmen stieg um knapp sechs Prozent.
Autor(en): (fin)
Quelle: managerSeminare 196, Juli 2014
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