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Führung und Demokratisierung

Der Chef entscheidet immer noch allein

Von wegen demokratisch: Entscheidungen werden in deutschen Unternehmen einer aktuellen Studie zufolge immer noch hauptsächlich auf dem Weg über die Hierarchie gefällt. Mitarbeiter ohne Chefsessel bleiben nur inoffizielle Wege der Einflussnahme.

In der Erhebung 'Führung im Umbruch' stimmten rund zwei Drittel der Befragten der Aussage, ihre Firma sei noch sehr hierarchisch geprägt, vollkommen oder überwiegend zu. Dementsprechend werden Entscheidungen laut Aussage von 83 Prozent strikt über den hierarchischen Dienstweg getroffen. Wie sehr klassische Organisationsstrukturen nach wie vor den deutschen Arbeitsalltag bestimmen, hat auch Ilga Vossen überrascht. Die Leiterin Inhouse Beratung und Training bei der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft aus Überlingen am Bodensee hat für die Studie 466 Führungskräfte und Mitarbeiter ohne Leitungsverantwortung befragt. 'Die Unternehmen sind zwar in Ansätzen dabei, Führung zu demokratisieren, aber eine richtige Beteiligung der Mitarbeiter ist noch keine Selbstverständlichkeit', so Vossen.
Allerdings liefert die Studie Indizien dafür, dass es neben den offiziellen Hierarchien auch andere, inoffizielle Strukturen gibt, über die Einfluss ausgeübt wird. So gaben rund 90 Prozent der Befragten zu Protokoll, in ihrem Betrieb existierten starke Netzwerke über hierarchische Grenzen hinweg. Sie erachten diese Beziehungen nicht nur als wichtig, um gut informiert zu sein und Ideen zu generieren. Vielmehr werden die Netzwerke auch als Weg gesehen, um Entscheidungen zu beschleunigen und Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten. 53 Prozent der Befragten glauben zudem, dass Mitarbeiter ohne Führungsposition im Unternehmen zumindest teilweise Einfluss ausüben. Vossens Eindruck: 'In den Netzwerken zeigt sich ein Demokratisierungswunsch, der über die offiziellen Strukturen nicht gelebt werden kann.' 

Die Akademie-Studie 2016 'Führung im Umbruch' kann unter bit.ly/2ejfDA0 kostenlos als Druckexemplar bestellt werden.
Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 225, Dezember 2016
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