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Frauen im Vorstand und Aufsichtsrat

Topmanagerinnen wertvoller als Topmanager

In den Vorständen und Aufsichtsräten erfolgreicher Unternehmen sitzen im Schnitt mehr Frauen als in denen weniger erfolgreicher Firmen, wie Studien zeigen. Die Frage nach der Henne und dem Ei konnte bislang aber nicht beantwortet werden: Besetzen erfolgreiche Firmen die Chefsessel eher mit Frauen oder sind die Firmen erfolgreicher, weil Frauen mit an der Spitze stehen? Tatsächlich scheint Letzteres der Fall zu sein.
Diesen Schluss legt zumindest eine gemeinsame Untersuchung zweier Forscher der Technischen Universität München und der University of Hongkong nahe. Daniel Urban und Thomas Schmidt untersuchten, wie sich die Aktienkurse von Unternehmen entwickelten, nachdem Mitglieder des Vorstands oder Aufsichtsrats aufgrund von Tod oder Krankheit ausgeschieden waren. Konkret betrachteten sie 3.000 Fälle in 51 Ländern, in denen es im Untersuchungszeitraum keine Frauenquote gab. Ergebnis: Nach einem plötzlichen Ausscheiden einer Managerin sank der Unternehmenswert durchschnittlich um zwei Prozent, noch um einen Prozentpunkt stärker war der Effekt, wenn ein Mann nachrückte. Schied ein Mann aus, blieben die Aktien stabil. Die Erklärung der Forscher: Ohne Quote müssen Frauen deutlich bessere Leistungen zeigen als ihre männlichen Kollegen, entsprechend wichtig seien sie für den Unternehmenserfolg.
In einem zweiten Analyseschritt bezogen die Wissenschaftler den Frauenanteil der Vorstände und Aufsichtsräte in den untersuchten Ländern mit ein. Der variiert stark – zwischen lediglich drei Prozent in Japan und 20 Prozent auf den Phili­ppinen. Dabei kam heraus, dass die Kursverluste nach dem Ausscheiden einer Topmanagerin umso deutlicher ausfielen, desto geringer der Anteil der Spitzenmanagerinnen im Land des Unternehmens ist. Daniel Urban: 'Hier wirkt der harte Auswahlprozess: In Ländern mit geringem Frauenanteil in den Topgremien sind die Frauen, die es ganz nach oben geschafft haben, in der Regel extrem gut. Entsprechend groß ist die Effekt, wenn sie ausfallen.'

Weitere Infos gibt es per Mail an daniel.urban@tum.de
Autor(en): Andree Martens
Quelle: managerSeminare 219, Juni 2016
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