Wissen

Flow-Erlebnisse im Beruf

Leistung mit Leichtigkeit

merken
Flow ist so etwas wie der heilige Gral der Arbeitspsychologie. Er ermöglicht Leistung ohne Anstrengung, Motivation ohne Anreize und Kreativität ohne Nachdenken. Doch der Zustand, durch den der Beruf zur Wohltat werden kann, wird in der Praxis eher gestört als gefördert. Die Lösung liegt in den Händen der Führungskräfte.
 Kostenfrei für Mitglieder von managerSeminare
Downloaden
 Kostenfrei für Mitglieder von managerSeminare
Downloaden

Während Sie diesen Artikel lesen, werden Sie Flow erleben. – Ein solches Versprechen ist so ziemlich der sicherste Weg, eben diesen Zustand zu verhindern, in dem man ganz in seiner Tätigkeit versinkt und alles um sich herum vergisst, sogar sich selbst. Lesen ist zwar bestens geeignet für die beinahe mystische Erfahrung des Flows. Doch sobald man versucht, darüber nachzudenken, ist es mit der Versunkenheit vorbei. 'Es ist wie beim Tennisspielen', sagt Ex-Mönch und Coach Anselm Bilgri: 'Wenn Ihr Gegenspieler wie im Rausch spielt und jeden Aufschlag auf den Punkt bringt, fragen Sie ihn mal, wie er das macht. Der nächste Ball geht sicher ins Aus.'

Flow ist paradox: ein Moment höchster Klarheit, der sich aber dem bewussten Zugriff vollständig entzieht. Trotzdem sind Psychologen und Management-Trainer dem schwer greifbaren Phänomen auf der Spur und suchen nach Möglichkeiten, Flow-Erlebnisse im Arbeitsleben zu erleichtern. Mit gutem Grund: 'Flow ist wichtig, wenn es um Entschleunigung und die Vermeidung von Stress geht', erklärt Nikolaus Birkl, Coach und wie Bilgri Gesellschafter der Akademie der Muße. 'Durch Flow-Erleben kann Arbeit zu etwas werden, in dem man aufgehen und Spaß haben kann.' Angesichts steigender psychischer Belastungen im Beruf erscheint Flow als das Allheilmittel der Arbeitspsychologie: Er macht Arbeit erfüllter und gesünder, er treibt Produktivität, Motivation und Kreativität in ungeahnte Höhen – und macht dabei auch noch glücklich.

Den Zustand, dem diese wundersamen Wirkungen zugeschrieben werden, hat der Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi 1975 erstmals wissenschaftlich untersucht. Das Ergebnis: Flow wird über alle Kultur- und Berufsgrenzen hinweg gleich erlebt, als Verschmelzung mit der eigenen Aktivität: 'Im Flow gibt es keine Scheidung zwischen Gedanken und Handlung, zwischen Selbst und Umgebung', schreibt Csikszentmihalyi.

Extras:
  • Infokasten: Was ist Flow?
  • Bedingungen für Flow am Arbeitsplatz
  • Wie kommt man bei der Arbeit in den Flow? – Die Ergebnisse der managerSeminare-Umfrage aus Heft 186
  • Literaturtipps: Kurzrezensionen zweier Bücher über Flow und Hinweis auf einen Fachartikel über Gamification
Autor(en): Sascha Reimann
Quelle: managerSeminare 188, November 2013, Seite 38-43
Wir setzen mit Ihrer Einwilligung Analyse-Cookies ein, um unsere Werbung auszurichten und Ihre Zufriedenheit bei der Nutzung unserer Webseite zu verbessern. Bei dem eingesetzten Dienstleister kann es auch zu einer Datenübermittlung in die USA kommen. Ihre Einwilligung bezieht sich auch auf die Erlaubnis, diese Datenübermittlungen vorzunehmen.

Wenn Sie mit dem Einsatz dieser Cookies einverstanden sind, klicken Sie bitte auf Akzeptieren. Weitere Informationen zur Datenverarbeitung und den damit verbundenen Risiken finden Sie hier.
Akzeptieren Nicht akzeptieren
nach oben Nach oben