Lernen

Feldenkrais

Die Macht der Gewohnheit überwinden

Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten prägen unser Tun. Wir verrichten die täglichen Dinge, ohne innezuhalten und darüber nachzudenken, wie wir es tun und welche anderen Möglichkeiten es darüber hinaus gibt. So automatisieren wir alle Handlungen, bis das Tun einen starren schematisch immer gleichen Charakter annimmt. Und damit beginnen die Beschwerden. Das ist die These auf der Moshé Feldenkrais seine Arbeit aufbaut.
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Am täglichen Tun sind Feldenkrais zufolge vier verschiedene Faktoren beteiligt:

• Bewegung
• Sinnesempfindung
• Gefühl
• Denken

Feldenkrais-Arbeit konzentriert sich auf den ersten Punkt, auf die Bewegung. Nach Feldenkrais bleiben wir in unserer Bewegung hinter den vorhandenen Möglichkeiten zurück. Wir schöpfen nicht einmal fünf Prozent unserer Fähigkeiten aus, da wir viel zu viel auf Gewohntes und Vertrautes zurückgreifen. Genauso wie es Menschen gibt, die 30 bis 70 Sprachen sprechen und andere, die schon nach der dritten Fremdsprache aufgeben, können manche die Möglichkeiten des Bewegungsapparates ausschöpfen, andere haben das nicht gelernt. Sie müssen erst wieder lernen zu lernen, bevor sie ihre Fähigkeiten voll entwickeln können.

Wir sind auch dann in unserer Gesellschaft lebensfähig, wenn wir nicht in der Lage sind, uns optimal zu bewegen. Erfolg und Ansehen, meint Feldenkrais, stellen sich auch ohne die Fähigkeit zur bewußten Bewegung ein. Aber dies ist eine Abspaltung eines der vier Grundpfeiler des menschlichen Systems. Der Mensch ist unvollständig und damit psychisch unausgeglichen.

Feldenkrais´ Ziel ist es, gewohnheitsmäßig falsche Bewegungen zu berichtigen, um den Menschen zu seiner Einheit zurückzuführen. Das vollzieht er in zwei Schritten:

1. Schritt: Fehler erkennen
2. Schritt: Bewegung auf eine neue, bewußte Art und Weise ausführen

Wenn man Gewohnheiten verändern möchte, so kann man sich nicht allein auf sein Gefühl verlassen. Es ist notwendig, bewußte Körperarbeit zu leisten, bis sich die richtige und sinngemäße Nutzung des Körpers „normal” anfühlt und so langsam zu einer neuen Gewohnheit werden kann. Grundlage hierfür ist es, jede Bewegung bewußt auszuführen. Sie darf nicht einfach „gemacht” werden, sondern sie muß von Gedanken und Konzentration begleitet werden…
Autor(en): Dr. Susanne Motamedi
Quelle: managerSeminare 23, April 1996, Seite 22-23
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