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Bild zum Beitrag Fehlentscheidungen vermeiden
© akindo / istockphoto

Finten finden

Fehlentscheidungen vermeiden

Wer viel entscheidet, liegt auch mal falsch – Fehlentscheidungen gehören zum Alltag einer jeden Führungskraft. Die gute Nachricht: Viele falsche Entscheidungen lassen sich vermeiden. Denn oft lassen sich Entscheider unbemerkt in die Irre führen. Dabei ist der größte Manipulator ihr eigenes Gehirn. Eine Analyse der häufigsten Finten bei der Entscheidungsfindung.


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Als die Titanic am 14. April 1912 kurz vor Mitternacht mit einem Eisberg zusammenstieß, war das Sonnendeck verständlicherweise menschenleer. Gleichwohl nahm der verantwortliche Steward den vom Kapitän gegebenen Befehl 'Jedes Besatzungsmitglied auf seinen Platz' sehr ernst. Sofort begab er sich auf sein Sonnendeck. Nachdem die Titanic infolge des Wassereinbruchs immer mehr Schräglage bekam, antizipierte der Steward, dass die Deckstühle bald anfangen würden zu kippen oder wegzurutschen. Daher veränderte er die Position der Deckstühle in einer Weise, dass diese nicht so schnell kippen konnten und dass ein Wegrutschen aufgrund der gegenseitigen Abstützung der Stühle verhindert wurde. Die vom Steward vorgenommene Verbesserung sah gut aus und hätte die weitere Nutzung der Deckstühle durch Gäste ermöglicht. Doch änderte sie natürlich nichts am weiteren Schicksal der Titanic: Die eiskalte See verschlang nicht nur die wunderschön angeordneten Deckstühle, sondern auch den Steward.

Diese von Überlebenden der Titanic überlieferte Geschichte wird heute als Metapher für eine typische Entscheidungsfalle verwendet. Als 'Optimierung der Deckstühle auf der sinkenden Titanic' werden Entscheidungen bezeichnet, die zwar für sich genommen richtig oder zweckmäßig sein mögen, sich jedoch bei Bewertung auf einer übergeordneten Ebene als sinnlos oder irrelevant erweisen.

So kurios diese Entscheidungsfalle im Rückblick erscheinen mag – in Unternehmen kommt sie sehr häufig vor. Sei es, dass Bereichsegoismen die formale Erfüllung von Unterzielen begünstigen und dabei der Bezug zu den Oberzielen nicht mehr geprüft wird; sei es, dass der Handelnde Fleiß oder Betriebsamkeit demonstrieren möchte; oder sei es, dass die Sinnhaftigkeit einer Leistung durch geänderte, aber nicht wahrgenommene oder unterschätzte Umstände (veränderter Markt, neue Prozesse, neue Technologien) verloren geht. Im Ergebnis wird etwas richtig gemacht, nicht jedoch das Richtige!

Extras:

  • Von der Plausibilitätsfalle bis zum Rückschaufehler: Merksätze für die Entscheidungsfindung
  • Literaturtipp: Kurzrezension des neuen Buchs von Hartmut Walz und Hinweis auf zwei Fachartikel über Denkfehler und Entscheidungsfallen

Autor(en): Hartmut Walz
Quelle: managerSeminare 189, Dezember 2013, Seite 16 - 21 , 21295 Zeichen

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