Management

Evolutionäres Problemlösen

Die richtige Wahl treffen

Beim evolutionären Management wird insbesondere auch bereits vorhandenes, gewachsenes Wissen genutzt. für das Lösen von Problemen spielt außerdem der Versuchs-Irrtum-Prozeß (trial and error) eine wichtige Rolle. Wie sieht solch ein evolutionärer Problemlösungsprozeß aus?
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Management können wir als einen permanenten, kontinuierlichen Problemlösungsprozeß verstehen, dem sich Personen und Institutionen zu stellen haben. Das Wort 'Problem' ist in diesem Zusammenhang völlig neutral zu verstehen, ist also nicht, wie meistens in der Alltagssprache, negativ besetzt. Ein Problem stellt sich ebenso bei der Nutzung von Chancen wie bei der Abwehr von Bedrohungen; beides ist ein Problemlösungsprozeß. Außerdem besteht grundsätzlich kein Unterschied, ob sich das Problemlösen in der Realität oder auf der geistigen Ebene abspielt. Die Herstellung eines neuen Werkzeuges ist genauso ein Problemlösungsprozeß, wie Schach spielen, oder die Lösung einer mathematischen Aufgabe.

Problemlösungsprozesse sind seit langem Gegenstand von Untersuchungen verschiedenster Wissenschaften, besonders der Psychologie (individuelles Problemlösen von Kindern wie Erwachsenen), der Ethologie (Problemlösungsverhalten von Tieren), der Soziologie (Problemlösungsprozesse in Gruppen), aber auch in den Computerwissenschaften (z. B. im Zusammenhang mit der Entwicklung von Schachcomputern). Besondere Beachtung fanden in der letzten Zeit Problemlösungsprozesse im Zusammenhang mit komplexen Problemen. Zu erwähnen sind insbesondere die Studien von Dörner und Reither. Von besonderem Interesse war das Problemlösen auch immer für die Philosophie und hier insbesondere für die Erkenntnistheorie.

Wesentlich ist für sämtliche Untersuchungen die Unterscheidung von zwei Klassen von Problemen: die Klasse jener Probleme, bei der es um den Umgang mit bereits vorhandenen Informationen und Kenntnissen, respektive bereits vorhandenem Wissen geht; und die Klasse jener Probleme, bei denen man nicht oder nur noch teilweise auf vorhandene Informationen zurückgreifen kann, wo also explizit Neuland zu betreten, über die Grenzen vorhandenen Wissens hinauszugehen ist…
Autor(en): Prof. Dr. Fredmund Malik
Quelle: managerSeminare 14, Januar 1994, Seite 88-91
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