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Mit Anlauf ins Abseits

Erfolgsfalle Engagement

Zeit, Arbeit, Herzblut – je mehr davon in ein Projekt, eine Idee investiert wurde, desto schwieriger wird es, loszulassen. Dann wird gutes Geld dem schlechten hinterhergeworfen, dann werden tote Gäule geritten und Köpfe durch Wände getrieben. Oder dagegen. Eine Gefahr, die Führungskräfte abwenden müssen. Doch sie sind selbst nicht davor gefeit, sich zu verrennen.


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In Engagement und Optimismus ein Problem zu sehen, klingt zunächst absurd. Schließlich gelten beide Eigenschaften als unverzichtbar, wenn es darum geht, etwas zu erreichen. Und doch können Engagement und Optimismus ein Problem werden – wenn der Bezug zur Wirklichkeit verloren geht.

So geschehen beim Versandhändler Quelle. Der ehemalige Branchenprimus setzte, als 2009 die Insolvenz drohte, seine letzte Kraft daran, noch einmal den berühmten Quelle-Katalog herauszubringen. Der Erfolgsgarant früherer Tage konnte dem angeschlagenen Konzern nicht mehr helfen, das Geschäft fand längst im Internet statt. Wenig später war Quelle pleite. Schuld war nicht nur eine falsche Markteinschätzung: Dass sich ein ganzer Konzern in einer veralteten Strategie verrennen konnte, lag auch am festen Glauben, dass man es schon schaffen wird, wenn man sich nur genug anstrengt.

Das Beispiel Quelle ist kein Einzelfall. Vergleichbare Prozesse spielen sich täglich ab, im Großen wie im Kleinen. In einer Berufswelt, in der es nicht allein ums Geldverdienen geht, sondern Arbeit immer auch Lifestyle und Selbstverwirklichung bedeutet, sind Engagement und der Glaube an die eigene Leistungsfähigkeit Motor und Credo zugleich. Doch je mehr Herzblut in die eigene Arbeit gelegt wird, je mehr das Selbstverständnis daran hängt, etwas mitzugestalten, umso größer ist die Gefahr, sich zu verrennen.

Dann werden Handlungen fortgeführt und Ziele weiterverfolgt, auch wenn sie sich längst als falsch oder unerreichbar erwiesen haben. Dann verdrehen sich Optimismus und Engagement in ihr Gegenteil: Ausdauer wird zum Starrsinn, Entschlossenheit zur fixen Idee und aus Zuversicht Verblendung. Die Autorin und Managementberaterin Petra Bock wählt dafür einen drastischeren Ausdruck: Mindfuck.

Extras:

  • Verrannt? Sieben Warnsignale für 'Entrapment': Woran Sie drohendes Scheitern erkennen
  • Die Engagementfalle – Ergebnisse der managerSeminare-Leserbefragung aus Heft 169
  • Literaturtipps: Kurzrezensionen zweier Bücher über Selbstsabotage und positives Denken sowie Hinweis auf einen Fachartikel zum Thema positives Denken

Autor(en): Sascha Reimann
Quelle: managerSeminare 171, Juni 2012, Seite 50 - 55 , 25126 Zeichen

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