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Einstellungsverfahren

Recruiting im Schnecken­tempo schreckt Bewerber ab

Die Mühlen des Recruiting mahlen in vielen Unternehmen langsam. Zu langsam. Gut jeder zweite deutsche Betrieb (52 Prozent) hat laut einer Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half schon die Erfahrung gemacht, dass sich ein begehrter Kandidat noch während des Bewerbungsverfahrens aus dem Staub gemacht hat, weil der Prozess zu lange gedauert hat. Selbstkritisch gaben die befragten 200 Personalmanager zu Protokoll, dass sich das Rekrutierungsverfahren in ihrem Betrieb im Vergleich zur Lage vor drei Jahren sogar verlängert hat. 44 Prozent berichten von einer leichten, zehn Prozent von einer erheblichen Verlängerung. Dass sich der Prozess verkürzt habe, konnten nur zehn Prozent vermelden. Mit 61 Prozent nennen die meisten HR-Profis den Fachkräftemangel als Grund für die langsamen Abläufe. Es sei schwer, passende Bewerber zu finden, man wolle sich keine Fehler erlauben, zusätzliche Vorstellungsrunden fielen an, die Ansprüche der Bewerber seien gestiegen. So richtig es ist, beim Recruiting-Verfahren auf Qualität zu achten: 'Entsteht beim Bewerber das Gefühl, die eigene Karriere würde durch lange Entscheidungsprozesse ausgebremst, kann das zum entscheidenden Nachteil für das einstellende Unternehmen werden', so Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half.

So können Firmen ihren Recruiting-Prozess straffen:

1. Genaue Bedarfsermittlung, z.B.: Muss es eine Vollzeitstelle sein oder reicht ein Zeitarbeitnehmer?
2. Früh sicherstellen, dass alle Entscheider dem Thema höchste Priorität einräumen. Verbindliche Terminpläne aufstellen.
3. Erste Kennenlerngespräche auf virtuellem Weg führen. Das Vorstellungsgespräch vor Ort an einem Tag mit allen Entscheidern planen. Unmittelbar nach dem Gespräch Rückmeldungen von allen Beteiligten einholen.
4. Den Bewerber up to date darüber halten, wann voraussichtlich eine Entscheidung in Sachen Einstellung fällt.
5. Sobald die Entscheidung gefallen ist, den Bewerber telefonisch kontaktieren.

Quelle: Gekürzte Checkliste des Personaldienstleisters Robert Half, August 2016.
Autor(en): Sylvia Jumpertz
Quelle: managerSeminare 224, November 2016
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