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Wie man sich auf die Schliche kommt

Effektivität im Coaching

Wer einen Coach aufsucht, hat zumeist eine klare Vorstellung davon, was er warum erreichen möchte. Oft stehen hinter diesen Anliegen aber unbewusste Motive. Diese aufzudecken ist ein wesentlicher Teil eines jeden Coachingprozesses.

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Kommt der Coachee zum Coach: 'Können Sie mir helfen, dass ich besser mit anderen kommuniziere?' - 'Gern, wieso ist Ihnen das wichtig?' - 'Ja, damit ich erfolgreicher werde!' Sagt der Coach: 'Wieso wollen Sie denn Erfolg haben?' Coachee: 'Was soll denn die blöde Frage? Jeder will doch erfolgreicher werden!' Coach: 'Und was ist besser, wenn Sie erfolgreich sind?' Darauf der Coachee: 'Dann habe ich keine Angst, zu scheitern.' - 'Also wollen Sie eigentlich nicht erfolgreicher sein, sondern sie kommen mit Scheitern nicht gut zurecht?' - 'Wer möchte schon gern scheitern?' Coach: 'Niemand. Aber wer nicht scheitern darf, weil er nicht damit zurecht kommt, der muss erfolgreich sein! Dann ist klar, dass sie jeden Tag Angst haben, auch wenn Sie das vielleicht meist nicht merken. Nur wer scheitern darf und kann, ist ein freier Mensch und nicht Knecht des Erfolg-haben-Müssens!'

Von Peter Drucker, dem kreativen Managementvordenker, stammt die begriffliche Unterscheidung zwischen dem Tun des Richtigen (Effektivität) und dem richtigen Tun (Effizienz). Er wies damit darauf hin, dass man als Manager sich irren kann, was das Richtige ist und man daher in die heillose Situation kommen kann, dass man sehr richtig das Falsche tut. Also etwa ein wunderbares und teures Marketingkonzept für ein falsches Produkt setzt. So verbreitet dieser Unterschied mittlerweile in Beratung und Management ist, so erstaunlich ist es, dass er bislang im Coaching nicht ähnlich grundlegende Bedeutung bekommen hat. Denn schon Freud wusste – fast 100 Jahre vor Drucker –, dass die menschliche Psyche zur Höchstform auflaufen kann, wenn es darum geht, mit allen Fähigkeiten und aller Klugheit Ersatzbedürfnissen nachzujagen.

Extras:

  • Infokästen: AUA-Vermeidung durch Fremdmanipulation und AUA-Vermeidung durch Selbstmanipulation

Autor(en): Klaus Eidenschink
Quelle: managerSeminare 183, Juni 2013, Seite 4 - 9 , 21615 Zeichen
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