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Diversity-Forschung

Einseitige Vielfalt

Unter Managern gehört es heute zum guten Ton, ein Loblied auf die Vielfalt zu singen. Schließlich erweitert es den potenziellen Talentpool eines Unternehmens, wenn es bisher vernachlässigte Mitarbeitergruppen wie Menschen ausländischer Herkunft, Frauen und Ältere ins Visier nimmt. Außerdem verspricht ein bunter Belegschaftsmix ein besseres Verständnis ebenso bunter Kundengruppen. Doch die Vielfältigkeitsinitiativen der meisten Unternehmen sind alles andere als vielfältig. Das legt eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger nahe. Die Untersuchung fußt auf der Befragung von 21 DAX-Konzernen. Die Relevanz des Themas schätzen 95 Prozent der Firmen zwar sehr hoch ein. Und drei Viertel haben auch einen oder mehrere Verantwortliche fürs Diversity Management eingestellt, denen im Schnitt Budgets von 2,3 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Doch in 80 Prozent der Unternehmen kümmern sich diese Spezialisten fast nur um eines: die Förderung von Frauen. Diese Fokussierung resultiert aus verschiedenen Faktoren, meint Carolin Griese-Michels, Expertin für Diversity und Integration bei Roland Berger: 'Zum einen spielt der öffentliche Druck, der durch die Politik und die Medien erzeugt wird, eine Rolle. Zum anderen sind die Personal- und Finanzressourcen in den Firmen begrenzt und man will mittelfristig Erfolge sehen.' Erfolge aber lassen sich in Bezug auf sichtbare Diversity-Dimensionen wie das Geschlecht nun mal leichter feststellen als bei unsichtbaren Dimensionen, etwa bei der Qualifikation, so die Beraterin. Wenn denn überhaupt irgendetwas festgestellt wird. Denn die meisten Firmen stecken beim Controlling ihrer Diversity-Aktivitäten noch in den Kinderschuhen. Laut Studie messen 70 Prozent den Erfolg ihrer Maßnahmen noch gar nicht. Und das, obgleich die Aktivitäten hauptsächlich ökonomisch motiviert sind.

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Motivation für Diversity- und Integrationsmaßnahmen

  • Internationaler Marktzugang: 75%
  • Talentgewinnung: 65%
  • Innovation: 50%
  • Mitarbeiterzufriedenheit: 25%
  • Andere: 25%
(Quelle: Studie Diversity & Inclusion, Roland Berger 2012, N = 21 DAX-Konzerne.)
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 175, Oktober 2012
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