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Das Burnout-System

Wenn Unternehmen krank machen

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Wer ausbrennt, hat etwas falsch gemacht - diese individuelle Wahrnehmung von Burnout dominiert noch immer die öffentliche Diskussion. Doch die Stimmen, die auch die Unternehmen in die Verantwortung nehmen wollen, mehren sich. managerSeminare hat nach den strukturellen Gründen für Burnout gesucht und gefragt, wie Firmen sie beseitigen können.
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Burnout boomt: in den Medien, in Bürogesprächen, in der Wellness- und Berater-Branche und auch bei Ärzten. Sie diagnostizieren – obwohl das Syndrom keine eigenständige psychische Erkrankung ist – bei psychischen Belastungen zunehmend Burnout. Das belegen etwa aktuelle Zahlen der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK). Nach Analyse der Krankschreibungen ihrer Mitglieder kam das Wissenschaftliche Institut der AOK zu dem Schluss, dass im Vergleich zu 2004 im vergangenen Jahr neunmal so viele Krankheitstage auf Burnout zurückzuführen sind: Gewichtet auf je 1.000 AOK-Versicherte waren es 2010 rund 72 Tage. Sechs Jahre zuvor hatten Ärzte dagegen nur gute acht Krankheitstage mit dem Zustand grassierender physischer und psychischer Erschöpfung begründet.

Das ist kein Zufall, glaubt Markus Väth. 'Wir brauchen den Burnout', ist der Psychologe und Coach überzeugt, der soeben ein Buch zum strukturellen Burnout vorgelegt hat. Seiner Ansicht nach ist der totale Zusammenbruch ein grundlegender Bestandteil unserer Leistungsgesellschaft: In einem System, in dem sich alle nur über ihre Arbeit definieren und dem Erfolg hinterher hecheln, sind immer mehr Menschen bereit, sich in ihrem Job völlig zu verausgaben – bis sie sich schließlich im Burnout als Held für die Firma opfern. Die Firmen nehmen dieses Opfer ihrerseits gern in Kauf, meint Väth, solange es willigen Nachwuchs gibt, der bereit ist, die entstehenden Lücken wieder zu schließen.

Gleichzeitig können sich alle damit trösten, dass es immer mehr Helfer gibt, die die Betroffenen auffangen. Kuranbieter, Wellness-Hotels und Gesundheitsberater haben den Bedarf ebenso erkannt wie Management-Coachs und Seminaranbieter. Sie alle reagieren mit immer ausgefeilteren Angeboten. Denn der Markt ist groß.

Extras:
  • Burnout-Gefährdung messen: Drei Tools, mit denen Firmen per Mitarbeiterbefragung den Grad der Gefährdung in der eigenen Organisation erforschen können
  • Von Multitasking bis Führung: Sechs Tipps zur strukturellen Burnout-Prävention
  • Literaturtipps: Kurzrezensionen von drei Büchern und Hinweise auf zwei Fachartikel zum Thema Burnout, organisationaler Burnout und Prävention

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