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DAK-Gesundheitsreport

Burnout ist keine Volkskrankheit

Offenbar leiden in Deutschland weit weniger Menschen unter Burnout, als die Diskussion um das Thema einen glauben lassen könnte. Im Jahr 2012 vermerkten die Ärzte lediglich in jeder 330. Krankschreibung weiblicher Beschäftigter 'Burnout' oder 'chronische Erschöpfung' – nicht als Diagnose, sondern als sogenannte Zusatzdiagnose, da Burnout keine anerkannte Krankheit ist. In der Gruppe der Männer war sogar nur jeder 500. Krankheitsfall auf chronische Erschöpfung zurückzuführen. Diese Zahlen gehen aus dem DAK Gesundheitsreport hervor, für den die Krankenkasse die Daten von 2,7 Millionen Versicherten ausgewertet hat. 'Burnout ist kein Massenphänomen', sagte DAK-Chef Herbert Rebschner bei der Vorstellung der Untersuchung Ende Februar 2013 in Berlin. Dass das Thema derzeit so präsent ist, liege vielmehr an der vergleichsweise positiven Besetzung des Begriffes 'Burnout'. Betroffene gehen mit diesem Krankheitsbild laut Rebschner viel offener und vor allem öffentlicher um als etwa mit dem der Depression. Tatsächlich sind laut Report achtmal mehr Ausfalltage auf Depressionen als auf Burnout zurückzuführen.

Insgesamt weist der Report einen deutlichen Anstieg von Arbeitsausfällen aufgrund psychischer Erkrankungen nach, seit 1997 um 162 Prozent. Das Ergebnis liegt auf Linie mit den Ergebnissen vergleichbarer Untersuchungen, etwa dem kürzlich präsentierten Stressreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Während jedoch als Reaktion auf diesen die Bundesregierung und Vertreter von Gewerkschaften Alarm schlugen, relativiert Krankenkassen-Vorstand Rebschner das Ergebnis der aktuellen Untersuchung. Der Zuwachs erkläre sich vor allem durch eine höhere Sensibilität von Ärzten und Patienten diesen Krankheiten gegenüber. Während früher beim Arzt eher über Symptome wie chronische Rückenschmerzen oder Magenschmerzen gesprochen wurde, habe sich mittlerweile der Fokus in der ärztlichen Behandlung auf die dahinterliegenden psychischen Ursachen wie Belastungs- und Anpassungsstörungen verschoben.
Autor(en): (ama)
Quelle: managerSeminare 181, April 2013
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