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Bild zum Beitrag Charles Sanders Peirce in der Serie 'Philosophie für Manager'
© Tuttle Collection

Die Kreativität des Pragmatismus

Charles Sanders Peirce in der Serie 'Philosophie für Manager'

Ökonomische Leitsätze, Management Tools, Best Practice: Manager arbeiten oft mit bekanntem Wissen – mit Erfolg. Wenn jedoch etwas völlig Neues passiert, versagen die alten Denkmuster. Der Pragmatiker Charles Peirce zeigt, wie neue Ideen entstehen und warum Kreativität und Lernen zusammenhängen.

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Was passiert eigentlich, wenn wir Ereignisse vorschnell einschätzen oder falsch verstehen? Oft stülpen wir dabei einfach unsere gewohnten Deutungsmuster unbekannten Erfahrungen über. Vielleicht haben wir auch schon die Ausgangslage verkürzt wahrgenommen, weil wir fälschlicherweise dachten, das wir das beobachtete Phänomen kennen und längst eine Lösung parat haben. So oder so werden unsere Handlungen, wenn wir nicht großes Glück haben, scheitern.

Aber was ist dann mit Experten? Auch sie schätzen eine Situation schnell ein und handeln, ohne lange zu überlegen. Experten sind ja gerade deshalb so gut in dem, was sie tun, weil sie auf bekannte und bewährte Strategien zurückgreifen können. Niemand würde ein solches Handeln als voreilig einschätzen oder die bekannten Muster als Nachteil ansehen. Aber warum ist hier richtig, was in einem anderen Fall falsch ist? Und was ist der Unterschied zwischen dem voreiligen Handeln nach bekannten Denkmustern und dem Expertentum, das sich auf Bewährtes stützt? Charles Sanders Peirce, einer der wichtigsten Denker des Pragmatismus, gibt darauf eine Antwort.

Wie der Name bereits sagt, ist Pragmatismus konsequent handlungsorientiert. Entsprechend fällt Peirces Antwort aus: Was wahr und richtig ist oder welche Handlungen angemessen sind, ergibt sich nicht aus übergeordneten Prinzipien. Für den Logiker und Philosophen gibt es nämlich keine Deutungsmuster, die auf jede Situation anzuwenden sind. Vielmehr läuft es anders herum: Unsere theoretischen Prinzipien und abstrakten Begriffe werden erst aus Handlungen hervorgebracht, und ob diese nun wahr oder angemessen sind, entscheidet sich allein in der Praxis – und zwar immer wieder neu. Deswegen ist es nicht zielführend, in neuen Situationen nach Schema F zu verfahren. Deswegen ist es auch voreilig zu glauben, dass ein bekanntes Muster auf etwas Unbekanntes passt. Nicht jedes Problem ist ein Nagel, auch wenn man einen Hammer hat.

Extras:

  • Grafik: Die inferentielle Triade
  • Infokasten: Charles S. Peirce – Leben, Werk, Wirkung
  • Literaturtipps: Bücher von Peirce und eine Einführung in seine Philosophie

Autor(en): Gerhard Minnameier, Eberhard Schnebel
Quelle: managerSeminare 201, Dezember 2014, Seite 58 - 61 , 13817 Zeichen
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