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Bild zum Beitrag Business mit Franzosen
© eyewave / iStockphoto

Fremde Freunde

Business mit Franzosen

Deutsche und Franzosen – kaum zwei Völker sind enger miteinander verbunden als die beiden Partner des Elysée-Vertrags von 1963. Mit Pomp wurde der fünfzigste Jahrestag der deutsch-französischen Freundschaft in den vergangenen Monaten gefeiert. managerSeminare nimmt das ausklingende Jubiläumsjahr 2013 zum Anlass um nachzu­fragen: Wie vertraut und wie fremd sind sich Deutsche und Franzosen im täglichen Businesskontakt?


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Ende 2009 bekam Markus Gehrig ein Angebot: „Wollen Sie die Führung unserer Niederlassung in Paris übernehmen?“, fragte ihn sein Chef beim Direktvertriebsspezialisten für das Kfz- und Bauhandwerk Förch. 'Na klar!', sagte Gehrig, der nach fünf Jahren im Stammhaus Erfahrungen im Ausland sammeln wollte: 'Es war eine tolle Chance, mich weiterzuentwickeln.' Mit Frankreich verbanden ihn zwar nicht mehr als vier Jahre langweiliger Französischunterricht in der Schule, mit Wonne vergessen, und hier und da eine Urlaubsvisite. Aber was sollte schon schiefgehen, was schon fundamental anders sein in Deutschlands wichtigstem Partnerland in Europa, dem die Bundesrepublik seit den sechziger Jahren so eng verbunden ist? Gehrig packte seine Koffer und zog nach Fontainebleau, eine Kleinstadt einen Katzensprung von Paris entfernt.

Dann das: Kaum ein Abschluss ohne zweistündige Geschäftsessen mit gutem Wein und mehreren Gängen. 'Eine Mentalität, in der die zwischenmenschliche Komponente, das Interesse am anderen viel mehr zählt als Zahlen und Fakten', so Gehrig. Die persönliche Beziehungspflege ist wesentliches Fundament, der Gesprächsbedarf der Mitarbeiter viel höher als im deutschen Mutterhaus. Gehrig erlebt seit dem ersten Tag in Frankreich: Statt gemeinsam in Meetings um Kompromisse zu ringen, fallen Entscheidungen in einem komplizierten, sensibel zu pflegenden Geflecht hinter den Kulissen. Alle Beteiligten wollen in Vier-Augen-Gespräche einbezogen, gehört und auf die künftige Marschrichtung eingestimmt werden.

Meetings sind unverbindliche Runden zum Gedankenaustausch, der Geschäftsführer ist Moderator, aufmerksamer Zuhörer und wacht darüber, dass keiner das Gesicht verliert. Enge Systematik und ein klar umrissenes Themenfeld sind auf diesen Treffen verpönt, lange Abschweifungen, krumme Wendungen fern der Tagesordnung üblich. 'Am Anfang ist mir das sehr, sehr schwer gefallen. Ich bin ein typischer Deutscher', sagt Gehrig und lacht. 'Aber in Frankreich ist die Businesskultur einfach komplett anders.'

Extras:

  • Von Autoritäten bis zur Beziehungspflege: Deutsch-französische Unterschiede und ihre Ursachen
  • Literaturtipps: Kurzrezension eines Buches über französische Businesskultur sowie Hinweise auf einen Fachartikel und ein E-Dossier zum Thema Interkulturelles Training

Autor(en): Anja Dilk
Quelle: managerSeminare 190, Januar 2014, Seite 46 - 51 , 23287 Zeichen

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