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Bildungssparprogramm ab 2008

Eckpunktepapier verabschiedet

Bert Rürup, der Vorsitzende des Rates der Wirtschaftsweisen, und Dieter Dohmen, Leiter des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS), können mit sich zufrieden sein: Am 11. Juli 2007 stimmte das Bundeskabinett einem von Bundesbildungsministerin Annette Schavan vorgelegten Konzept zum Weiterbildungssparen zu, das auf den Vorschlägen der beiden Experten beruht. Rürup und Dohmen hatten im Frühjahr 2007 ein Gutachten zum Weiterbildungssparen vorgelegt. Darin entwarfen sie ein Finanzierungsmodell mit drei Punkten, die 2008 Realität werden sollen: Sparer von vermögenswirksamen Leistungen dürfen fortan vor Ablauf der üblichen Sperrfrist zum Zweck der Weiterbildung Beträge von ihrem Guthaben abheben. Zudem steht jedem Geringverdiener eine jährliche Weiterbildungsprämie in Höhe von maximal 154 Euro zu. Und teurere Weiterbildungen werden einkommensunabhängig mit einem Darlehen gefördert. Das Modell wird zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren eingeführt, für den 45 Millionen Euro bereitstehen. Im dritten Jahr wird dann überprüft, wie sinnvoll die Komponenten im Einzelnen sind.

Zweifel an der Wirksamkeit

CDU/CSU-Fraktion und SPD befürworteten das Papier grundsätzlich. Allerdings machte die SPD deutlich, dass sie nicht nur den Einzelnen, sondern auch die Wirtschaft in der Verantwortung für Weiterbildung sieht. Kritik gab es indes aus der Opposition: Der FDP gehen die Maßnahmen nicht weit genug. Sie bemängelte etwa, dass die Förderung von E-Learning und Fernlernen in dem Konzept fehlt. Die Linksfraktion indes ist der Meinung, dass das Konzept einer Privatisierung der Weiterbildung Vorschub leiste. Und die Grünen meldeten Zweifel an der Wirksamkeit der Maßnahmen an: Zuerst müsse in der Bevölkerung ein Bewusstseinswandel angestoßen werden, erst dann könne man mit dem Bildungssparen beginnen.

Anders als die oppositionellen Politiker bewerten indes die Leser von managerSeminare die neuen Maßnahmen. 286 haben sich an einer entsprechenden Befragung beteiligt. Gut 63 Prozent von ihnen votieren für staatliche Mittel, um die Weiterbildungsbemühungen der Bürger zu stützen. Sowohl die Weiterbildungsprämie als auch die Kreditoption werden überwiegend befürwortet. Doch eines würden sich die Leser darüber hinaus wünschen: eine effektivere Beratung von Individuen und KMU in Sachen Weiterbildung und Personalentwicklung.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 114, September 2007
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