Lernen

Bildungsmarketing

Auslaufmodelle und nervende Rambos

Ganz einfach: Marketing, definiert der ehemalige Top-Werber Jay Conrad Levinson aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sei alles, was man tut, um sein Geschäft zu fördern. Seine Bücher, noch begrenzt auf zwei, findet man unter dem Titel „Guerilla-Marketing”. Was eine spontane Assoziation mit Bildungsmarketing aufkommen läßt. Wo man teilweise sogar schon weiter ist, es sich noch einfacher macht, Kamikaze-Marketing betreibt…
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Sie hechelten durch New York City – über 42,195 Kilometer. Und sie taten es für uns: Deutschlands Weiterbildungsszene. Einer setzte noch einen drauf: 1.111 Kilometer, in zwanzig Tagen, auf Rollerblades. Dabei habe er keine feste Nahrung zu sich genommen, auch keine Energie-Drinks. Nur Tees und Wasser. Und zehn Kilo Gewicht verloren. Das sei – so tat er umgehend der Presse zur honorarfreien Veröffentlichung kund – ein neuer Weltrekord. Ob sich außer ihm in dieser denaturierenden Disziplin schon mal einer geknechtet hat? Die Frage ist im Fall des 53jährigen Verkaufs- und Kommunikationstrainers aus dem niedersächsischen Bothel unzulässig. Denn es handelte sich, wie wir bei diesem „Wunderläufer” vermuten, schlicht um eine Aktion aus der Abteilung „Bildungsmarketing”.

Bildungsmarketing hört sich gut an, solide, professionell. Die meisten Anbieter haben ja auch sattsam sichtbar und unüberhörbar begriffen, daß man Bildung – und erst recht kommerzielle Weiterbildung – verkaufen muß. Wenn nicht mehr die Produktion, so heißt es in einem Aufsatz über Bildungsmarketing im Handbuch Personalentwicklung und Training, sondern die Gewinnung von Käufern den Engpaß darstelle, sei Marketing gefragt. Das lohnt sich. Einerseits. Denn der Markt, auf den es zielt, ist runde 37 Milliarden Mark schwer. Andererseits locken die satten Pfründe reichlich neue Goldgräber auf den Plan. Während die „Käufer” kritischer und zurückhaltender werden…
Autor(en): Henry J. Heibutzki
Quelle: managerSeminare 19, April 1995, Seite 26-29
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