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Bildungscontrolling: Training als Glücksspiel?

In Sachen Bildungscontrolling spielen viele Unternehmen russisches Roulette: Ob die Kosten-Nutzen-Rechnung für ein Training aufgeht, überprüfen die Wenigsten systematisch. So lautet das Ergebnis einer Umfrage, die die Experteam AG, Köln, im Auftrag der Computerwoche erstellt hat. Von 80 befragten Firmen gaben nur 20 Prozent zu Protokoll, Bildungscontrolling zu betreiben, 28 Prozent streben es immerhin zukünftig an. Doch die Hälfte der Befragten überprüft nichts und hat auch nicht vor, daran etwas zu ändern. Einzelne Elemente des Bildungscontrollings wie Bedarfsanalysen, qualitätssichernde Maßnahmen und Lernerfolgskontrollen setzt die Mehrzahl der befragten Unternehmen gleichwohl ein.

Gut 61 Prozent der Firmen verordnen Kurse und Trainings z.B. nicht einfach ins Blaue, sondern analysieren, ob ein Bedarf besteht. Dabei wird v.a. geklärt, welche Themen vermittelt werden und welche Mitarbeiter in den Genuß der Weiterbildung kommen sollen. Diese Klärung erfolgt häufig in Form von Personalentwicklungs- und Mitarbeitergesprächen. Jedes zweite Unternehmen wählt Weiterbildungsanbieter systematisch aus. Softwareprogramme für’s computerbasierte Lernen werden in 60 Prozent der e-Learning anwendenden Unternehmen (46 Prozent des Gesamtsamples) vor dem Einsatz einer Qualitätsanalyse unterzogen - meist anhand selbstdefinierter Kriterien (81 Prozent).

Den Lernerfolg einer Weiterbildungsmaßnahme und auch den Transfer des Gelernten überprüfen gut drei Viertel der Firmen grundsätzlich oder zumindest teilweise. Die Methoden, die dabei zum Einsatz kommen, sind v.a. Mitarbeitergespräche, Befragungen von Vorgesetzten und Kollegen sowie - weit seltener - die schriftliche Befragung der Teilnehmer. Ihr Urteil ist stärker gefragt, wenn es darum geht, die Bildungsmaßnahme selbst zu bewerten, was erstaunlicherweise im Fall von e-Learning seltener geschieht als sonst: 19 Prozent evaluieren e-Learning-Maßnahmen nie, während sich bei anderen Weiterbildungsmaßnahmen nur 8 Prozent einer Bewertung enthalten. A Die Umfrageergebnisse können unter www.experlearn.de kostenlos abgerufen werden.

Kosten-Nutzen-Kontrolle

ja 21%
nein 51%
geplant 28%

Bedarfsanalyse für Weiterbildung

ja 38%
nein 34%
teilweise 23%
geplant 5%

Lernerfolgskontrolle

ja 39%
nein 31%
teilweise 31%

Ergebnisse aus der Befragung von 80 Unternehmen. Quelle: 'E-Learning und Bildungscontrolling', Experteam AG, Köln.
Autor(en): (jum)
Quelle: managerSeminare 62, Januar 2003
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