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Bild zum Beitrag Big Data im Recruiting
© maulsmasch / Shutterstock

Eingestellt vom Roboter

Big Data im Recruiting

Es ist eine unheimlich anmutende Zukunftsvision, in einigen Unternehmen aber schon Realität: die elektronifizierte Rekrutierung. Bei der ersetzen Algorithmen das Bauchgefühl der Personaler. Was Big Data bei der Personalauswahl leisten können und wo die Grenzen der Roboter-Rekrutierung liegen.

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Sommer 2012, das Schweizer Unternehmen Gate Gourmet hat ein Problem: Am Standort Chicago läuft das Geschäft nicht mehr rund. Jeder zweite neue Angestellte kündigt dort innerhalb eines Jahres, die Fluktuation treibt die Kosten in die Höhe. In dieser Lage beschließt der Lieferant von Flugzeugessen eine ungewöhnliche Maßnahme: Die Personaler von Gate Gourmet wollen dem Problem mit einer Datenanalyse auf den Grund gehen. Sie sammeln aus den internen Systemen Informationen über 108.000 Bewerber und vergleichen sie mit 14.000 Akten von eingestellten Personen. Die Leitfrage: Was zeichnet Mitarbeiter aus, die eben nicht sofort wieder gehen, sondern über Jahre hinweg der Firma treu bleiben?

Als man die Adressen der loyalsten Angestellten auf einer digitalen Karte einzeichnet, fällt es den Managern wie Schuppen von den Augen. Fast alle treuen Kräfte wohnen am Flughafen oder können ihn mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell erreichen. Das Geheimnis der Loyalität war also simpel: Je kürzer der Mitarbeiter pendelt, desto länger bleibt er dabei. Gate Gourmet handelt sofort und achtet bei Neueinstellungen auf einen kurzen Arbeitsweg. Binnen kurzer Zeit stellt sich der Erfolg ein: Die Kündigungsquote sinkt auf die Hälfte, 500.000 US-Dollar Rekrutierungskosten werden pro Jahr eingespart.

Mit dieser Vorgehensweise liegt Gate Gourmet im Trend: Immer mehr Firmen vertrauen bei der Rekrutierung nicht mehr aufs Bauchgefühl, sondern harten Daten. Big Data heißt das Zauberwort: Man gräbt in den wachsenden Datenbergen nach Erfolgsrezepten – und wendet sie einfach wieder an. Gerade bei der Personalbeschaffung funktioniert das gut: Wo haben die besten Mitarbeiter studiert? Wo gearbeitet? Wie schnell wurden vorherige Jobs gewechselt? Aus den Antworten lässt sich das Profil eines Mitarbeiters ableiten, der perfekt zur Firmenkultur passt.

Extras:

  • Big Data light: Aktive Talentsuche über Google
  • Personalauswahl per Rechner: Der Moneyball-Ansatz
  • Literaturtipps: Hinweise auf eine Studie und ein Blog mit einem Erfahrungsbericht über Recruiting mithilfe eines Statistikprogramms

Autor(en): Constantin Gillies
Quelle: managerSeminare 194, Mai 2014, Seite 66 - 70 , 19547 Zeichen

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