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Bewerberauswahl

Diskriminierung zeigt sich auch auf Jobplattformen

Sollten eigentlich Kriterien wie Kompetenz und Berufserfahrung für die Bewerberauswahl entscheidend sein, sieht die Realität oft anders aus – das zeigen Studien zur Diskriminierung von Bewerbern regelmäßig. Wie sich diese auf Online-Stellenbörsen äußert, haben nun Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich untersucht. Die Forschenden erhielten Zugang zu anonymisierten Daten von „Job-Room“, einer Stellenvermittlungsplattform, die Profile von 150.000 Stellensuchenden enthält, die Rekrutierende kontaktieren können.

Laut Datenauswertung werden Bewerber mit Migrationshintergrund bei gleichen Voraussetzungen durchschnittlich knapp sieben Prozent weniger häufig kontaktiert als Schweizer. Der negative Einfluss der ausländischen Herkunft nimmt gegen Mittag und Abend zu – dann, wenn die Rekrutierenden müde werden und Lebensläufe schneller durchgehen. Zudem fanden die Wissenschaftler heraus, dass, bei gleicher Qualifikation, Frauen in typischen Männerberufen und Männer in typischen Frauenberufen diskriminiert werden. Laut Studien-Co-Autor Daniel Kopp sei Diskriminierung ein strukturelles und gesellschaftliches Problem, das sich im gesamten Arbeitsmarkt zeige. Bei Online-Portalen könnten aber die vorhandenen Daten genutzt werden, um Benachteiligungen detailliert zu untersuchen und dazu beizutragen, Strategien dagegen zu entwickeln.

Autor(en): Nathalie Ekrot
Quelle: managerSeminare 278, Mai 2021
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