Wissen

Berufsbilder der Zukunft

Goldene Zeiten für Arbeiter!

Die rasanten Veränderungen der Arbeits- und Lebenswelt haben dramatische Auswirkungen: Berufe mit Zukunftsperspektive gibt es nicht mehr. Gesucht werden Mitarbeiter, die die unmittelbar anstehenden Probleme und Aufgaben in Unternehmen hochqualifiziert lösen können. Doch dazu reicht die alleinige Qualifikation zum Elektroingenieur, Informatiker oder Betriebswirt entweder nicht aus - oder sie ist gar nicht notwendig.
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Der Bewerber hatte das Schlagwort vom lebenslangen Lernen zwar irgendwie verinnerlicht, jedoch eigenwillig interpretiert: Bereits während seines Informatikstudiums verfolgte er per Fernstudium einen weiteren Abschluß in Literaturwissenschaften, „um den persönlichen Horizont nicht schon frühzeitig einzuengen”. Beide Abschlüsse meisterte er erfolgreich. Es folgten zwei Semester Auslandsstudium an einer Business School. Betriebswirtschaftliche Grundlagen und ein Auslandsaufenthalt beeindrucken schließlich jeden potentiellen Arbeitgeber. Anschließend bekam er das unerwartete Angebot, nach einem weiteren Aufbaustudium an einer 3-jährigen Forschungsarbeit in Spanien teilzunehmen. Unser Bewerber sagte spontan zu, zumal ihn „das Thema faszinierte”. Zurück in Deutschland stellte er fest, daß Informatiker inzwischen nicht mehr sonderlich begehrt waren. Also bildete er sich erneut weiter, erlangte an der IHK einen Abschluß als Fremdsprachenkorrespondent, um dann doch in die Versicherungsbranche zu gehen und sich gleichzeitig per Fernstudium an einer amerikanischen Universität mit einem weiteren Diplom als Betriebswirt/Associate Diplom in Management zu schmücken. Der Ausbildungsweg war damit noch nicht abgeschlossen, der Berufsweg allerdings nicht abzusehen. Erwähnenswert ist vielleicht noch, daß sich der hier beschriebene Bewerber nunmehr wiederum auf eine völlig andere Stellenofferte meldete.

Das zunehmend mißverstandene Schlagwort vom lebenslangen Lernen - mithin bis zum Eintritt ins Rentenalter - ist regelmäßig beklagter Diskussionspunkt in Bildungsgesprächen. Nun läßt sich aus obigem Beispiel sicherlich schlußfolgern, daß viele junge Leute einfach nicht wissen, was sie eigentlich wollen und suchen. Vergessen wird dabei allzu häufig, daß der Eintritt ins Berufsleben für junge Menschen immer mehr zum Vabanquespiel wird. Sie müssen in jungen Jahren weitreichende und lebensprägende Entscheidungen treffen, die sie kaum übersehen und später nur noch unter großen Anstregungen sowie mit hohem zeitlichen Aufwand revidieren können…
Autor(en): Jürgen Graf, Wolfgang Hennes, Dr. Sonja Klug
Quelle: managerSeminare 16, Juli 1994, Seite 28-35
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