Wissen

Beförderung

Befördert - und was dann?

Unverhofft kommt oft. Der stetig steigende Veränderungsdruck in Unternehmen hat zwar manche Karriereträume platzen lassen, eröffnet jedoch mindestens ebenso häufig bisher ungeahnte Aufstiegsmöglichkeiten. 'Über Nacht' bekommt man eine lukrative Stelle angeboten, plötzlich steht man vor völlig neuen Berufsperspektiven. Doch Vorsicht! Mehr denn je gestalten sich Beförderungen als Sprung ins kalte Wasser. Lange Vorbereitungszeiten sind ebenso passé wie gründliche Einarbeitungsphasen. Worauf Sie achten müssen, damit die Beförderung nicht zur Tretmine wird.
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Anruf vom Vorstand, es ist dringend: Vorstandsbeschluß, die Verkaufsgebiete sollen neu geordnet werden. Die Umorganisation wird zum nächsten Quartalsbeginn wirksam. Dann die Beförderung: Angebot an den jungen, aufstrebenden Manager, eines der neuen Verkaufsgebiete zu übernehmen, als Hauptverantwortlicher. Weil die Zeit drängt, erwartet der hochgestellte Anrufer die Antwort seines Managers innerhalb von 48 Stunden.

Der fühlt sich sichtlich geehrt. Der Vorstand ruft persönlich an, schmeichelt: 'Sie sind unser fähigster Mann. Wir haben ja in den letzten Jahren viel in Sie investiert. Ich weiß, daß Sie das schaffen.' Unterstützung? 'Selbstverständlich, in jeder Form. Und ich darf bald Ihre Antwort erwarten. Wir verstehen uns.' Ein Gespräch unter Männern.

Szenen ähnlich dieser erlebte der Automanager Daniel Goeudevert mehrmals im Laufe seiner Karriere. Nach der Art eines freundlichen Überfalls etwa versuchte Ford, den Franzosen zum Chef der Kölner Ford Werke AG zu machen. Weil der Job wichtig war und die Neubesetzung dringend, setzte Ford besondere Mittel ein, um Goeudevert zu ködern: Bob Lutz, Europapräsident des Unternehmens, bemühte sich persönlich an Goeudeverts Urlaubsort. Er kam im Firmenjet eingeflogen ('Mein Dienstflugzeug. Kommen sie zu uns, und sie können es jederzeit benutzen.') und überzeugte den sichtlich beeindruckten Franzosen an Ort und Stelle. Vorbereitet war Goeudevert auf diesen Job nicht. Sein Arbeitgeber erwartete einfach, daß er die bestehenden Probleme schon lösen würde…
Autor(en): Axel Gloger
Quelle: managerSeminare 29, Oktober 1997, Seite 58-64
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