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Auf den Spuren Crocodile Dundee`s

Aussteiger auf Zeit

Gemacht haben es bisher nur wenige, aber den Traum tragen viele in sich. Spätestens, wenn die Mitarbeiter auffallend häufig bei eigener Anwesenheit über die 'midlife-crisis' reden, der Schwung früherer Jahre einer schleichenden Lustlosigkeit weicht, der tägliche Ärger überhand nimmt und die nächste Karrierestufe unverhohlen in Richtung Outplacement weist, bekommt der Traum Konturen: Aussteigen, die Arbeit einfach hinschmeißen, als Holzfäller in Kanada oder als Schafzüchter in Australien arbeiten. Doch ist der Traum erstrebenswert? Ein Trainer lockt mit einem neuen Seminarangebot: Aussteigen für vier Wochen, anschließend weiß man mehr und kann sich konkreter überlegen, ob oder ob nicht...
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Der fünfte Kontinent ist für viele seit Jahren das Synonym für´s Aussteigen. Australien bedeutet: einsame Wüsten, unberührte tropische Wälder mit einer Fülle von Flora und Fauna, kilometerlange, menschenleere Strände, einzigartige Naturmonumente und Kontakt mit Leben und Kultur der Ureinwohner fernab jeglicher Zivilisation. 'The big country' verspricht ein Leben ohne Telefon und Terminplaner mit viel Zeit für sich selbst und seine Familie. Doch ist es ein Traum, den es sich lohnt, in tatsächliche Realität umzusetzen? Grenzenlose Horizonte haben schon so manchem den Blick geweitet und Platz für Ernüchterung geschaffen.

Für den Trainer Michael Liebig, Inhaber von SEBP-Partnertraining (SEBP = Selbstverwirklichung in Beruf und Partnerschaft), ist der ewige Traum vom Aussteigen zunächst einmal eine durchaus positive Vorstellung. Seine Argumentation: Vorstellungen bestimmen unser Verhalten. Stimmen unsere Vorstellungen mit der Realität überein, so leben wir in Harmonie. Ist dies nicht der Fall, erleben wir Disharmonie, Frustration, Ärger, Aggressionen. Gerade im beruflichen Alltag von Führungskräften setzen zweck- und zielorientiertes Denken und Handeln über Jahre hinweg die Akzente. Eigene Bedürfnisse, Wertvorstellungen, Wünsche und Träume werden beiseite geschoben. Diese Diskrepanz führt letztendlich zu einer Polarität: Berufliche Lustlosigkeit auf der einen, Wunschvorstellungen jenseits der Realität auf der anderen Seite. Krisenstimmungen sind die Folge, von denen auch der persönliche Alltag nicht verschont bleibt. Im Gegenteil: Nach den Erfahrungen von Michael Liebig, er führt seit mehr als 14 Jahren Verhaltenstraining durch, lehnen über ein Drittel aller Lebensgefährten erfolgreicher Manager und Verkäufer das berufliche Engagement ihrer Partner ab. Zur beruflichen Unzufriedenheit addiert sich noch das mangelnde Verständnis füreinander…
Autor(en): Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 03, April 1991, Seite 20-21
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